Aktualisiert 15.05.2007 17:17

Kuranyi: Abrechnung mit Klinsmann

Deutschland erlebte 2006 dank der Fussballnationalmannschaft ein Sommermärchen. Nur für Kevin Kuranyi war das Gegenteil der Fall. Jetzt rechnet er mit Trainer Jürgen Klinsmann ab.

Der Schalker Stürmer war kurz vor der WM aus dem deutschen Kader gestrichen worden. Für ihn reiste David Odonkor an die Endrunde. Dieser Entscheid von Jürgen Klinsmann löste weltweit Verwunderung aus. In Spanien schrieb die «Marca»: «Kevin Kuranyi ist das grosse Opfer des deutschen Fussballs.»

Der 25-Jährige selbst hatte einzig auf seiner Homepage Frust abgelassen und gesagt, dass er «sprachlos» sei. Er habe sich immer gefragt, wieso es genau ihn getroffen habe.

Respekt verloren

In der Zeitschrift «Max» schlägt der Schalker Stürmer jetzt, genau ein Jahr danach zurück und rechnet mit dem damaligen Nationalcoach Jürgen Klinsmann ab: «Er hat für die grösste Enttäuschung in meiner Karriere gesorgt.» Bis heute äusserte sich der Topstürmer nicht gross zum «Klinsi»-Entscheid am 15. Mai 2006. Doch der Schmerz sitzt immer noch tief. «Ich hatte schon sehr viele gute Trainer, die mich auch mal auf die Bank gesetzt, aber immer zu mir gehalten haben. Vor diesen Trainern habe ich Respekt. Und nicht vor jemandem, der mich eiskalt fallen lässt», so Kuranyi.

Mit Schalke hat der Stürmer wohl soeben die deutsche Meisterschaft vergeigt. Es wäre die zweite grösste Enttäuschung für den Angreifer. Wenigstens ist er wieder im Team der Nationalmannschaft und hat mit seinen Toren grossen Anteil daran, dass Deutschland auf gutem Weg an die Europameisterschaft ist. So lobt ihn der aktuelle Bundestrainer Joachim Löw: «Kevin hat bewiesen, dass er zu Recht wieder dabei ist.»

(fox)

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