Aktualisiert 23.10.2019 16:19

GenfKurde zündet sich vor UN-Flüchtlingshilfswerk an

Ein Mann hat sich vor dem UNHCR mit Benzin übergossen und angezündet. Er wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen.

von
kat
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Vor dem UNHCR in Genf kam es am Mittwochmorgen zu einem Grosseinsatz der Rettungskräfte.

Vor dem UNHCR in Genf kam es am Mittwochmorgen zu einem Grosseinsatz der Rettungskräfte.

Leser-Reporter
Ein Mann hatte sich mit Benzin übergossen und angezündet.

Ein Mann hatte sich mit Benzin übergossen und angezündet.

Leser-Reporter
Laut einem Polizeisprecher hätten sich zum Zeitpunkt des Vorfalls Passanten vor Ort befunden. Viele stünden unter Schock.

Laut einem Polizeisprecher hätten sich zum Zeitpunkt des Vorfalls Passanten vor Ort befunden. Viele stünden unter Schock.

Google Streetview

In Genf hat sich ein Mann am Mittwochmorgen vor dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) angezündet. Zuvor hatte er sich mit Benzin übergossen. Es handelt sich dabei um einen Kurden aus Syrien, wohnhaft in Deutschland, wie Polizeisprecher Silvain Guillaume-Gentil zu 20 Minutes sagt.

Sicherheitskräfte des Gebäudes seien dem 31-jährigen Mann sofort zu Hilfe geeilt und hätten die Flammen innerhalb kürzester Zeit gelöscht. Er wurde mit dem Helikopter ins Universitätsspital Lausanne geflogen und wird auf einer für Verbrennungsopfer spezialisierten Abteilung behandelt.

Das UNHCR zeigte sich über den Vorfall tief betroffen. «Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie», sagte Sprecher Andrej Mahecic. Der Kurde habe versucht, in das Gebäude zu gelangen. Dieses war bereits geöffnet, Angestellte waren zu dem Zeitpunkt schon bei der Arbeit.

«Viele stehen unter Schock»

Der Vorfall ereignete sich um 7.40 Uhr. «Ich wurde von Schreien auf der Strasse geweckt», sagte ein Anwohner. Die Schreie hätten sich wiederholt. Er habe bemerkt, dass im Innenhof des UNHCR etwas los sei. Später habe er einen auf einer Bahre liegenden Menschen gesehen, der in eine feuerfeste Decke eingewickelt gewesen sei. «Da waren Polizeiautos, Rettungswagen und viele Feuerwehrleute.»

Laut Polizeisprecher Guillaume-Gentil befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls mehrere Passanten auf der Strasse. «Viele stehen unter Schock und werden nun psychologisch betreut.»

Die Kurden in der Schweiz haben in den letzten Wochen bei mehreren Kundgebungen in Bern, Luzern oder Genf gegen die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien demonstriert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden im Kriegsgebiet bisher fast 500 Menschen getötet, darunter dutzende Zivilisten. Mehr als 300'000 Menschen wurden demnach vertrieben. (kat/sda)

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