Selbstgemacht: Kurden kämpfen mit Panzern Marke Eigenbau

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SelbstgemachtKurden kämpfen mit Panzern Marke Eigenbau

Im Kampf gegen die IS-Terroristen setzen die Kurden auf Panzer der Marke Eigenbau. Mit einfachsten Mitteln bauen sie Baumaschinen und Lastwagen um.

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bat

Mit allen Mitteln versuchen die kurdischen Kämpfer der Peschmerga und der Volksbefreiungseinheit YPG den Vormarsch der IS-Terroristen zu stoppen. Dabei setzen sie sogar selbstgebastelte Panzer ein, die an Gefährte des Endzeit-Films «Mad Max» erinnern. Wie auf verschiedenen Youtube-Videos zu sehen ist, haben die Kurden zum Teil schwere Stahlplatten an Baumaschinen geschweisst. Diese sprayten sie im Tarnfarben-Look an.

Auch Lastwagen bauten sie laut Daily Mail zu leichten Panzern um. Schwerem Beschuss werden die Gefährte wohl kaum standhalten. Trotzdem bieten sie Schutz zum Beispiel vor Gewehrkugeln.

Auf Twitter kursieren ebenfalls viele Bilder von Panzern Marke Eigenbau. Ob die Fahrzeuge tatsächlich alle aus Syrien oder dem Irak stammen, kann aber nicht in jedem Fall verifiziert werden.

Die Self-Made-Panzer mögen lustig aussehen, doch sie machen zugleich den Ernst der Lage deutlich: Die kurdischen Kämpfer sind dringend auf die internationalen Waffenlieferungen angewiesen. Zurzeit kämpfen sie grösstenteils mit Waffen aus alten Sowjetbeständen. Allein Deutschland liefert zurzeit laut «N24» Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen. Insgesamt sollen 10'000 Peschmerga-Kämpfer mit Panzerfäusten, Gewehren und Munition ausgerüstet werden.

Peschmerga rücken an drei Fronten vor

Derweil spitzt sich die Lage im Norden Syriens und im Nordirak weiter zu. Kurdische Truppen haben nach eigenen Angaben eine Offensive gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Nordirak gestartet. Parallel dazu bombardierten die USA und ihre Verbündeten IS-Stellungen im Nordirak. Am Dienstag seien Kämpfer im Morgengrauen an drei Fronten vorgerückt, sagten mehrere Vertreter der Peschmerga-Miliz der Nachrichtenagentur AFP. Ins Visier genommen wurden IS-Stellungen nördlich der Hochburg Mossul, in einer Stadt an der Grenze zu Syrien sowie südlich der für das Ölgeschäft strategisch wichtigen Stadt Kirkuk.

Die Türkei hat angesichts des Vormarschs der Terrormiliz IS auf die syrische Stadt Ain Al-Arab Truppen auf ihrer Seite der Grenze zusammengezogen. Die Streitkräfte hätten 35 Panzer in der Region aufgefahren, berichtete die regierungsnahe Zeitung «Sabah» am Dienstag. Die Panzer hätten 400 Meter von der Grenze entfernt Stellung bezogen und ihre Kanonen auf Syrien gerichtet. Die Zeitung «Hürriyet» berichtete, Armeechef Necdet Özel warte nun mit den nächsten Schritten auf Resolutionen des Parlaments.

Das Parlament in Ankara will am Donnerstag über Resolutionen entscheiden, mit denen die Regierung ermächtigt wird, militärisch gegen Terroristen in Syrien und im Irak vorzugehen. (bat/sda)

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