Seltenes Naturphänomen: Kuriose Eis-Zunge entspringt Vogeltränke

Aktualisiert

Seltenes NaturphänomenKuriose Eis-Zunge entspringt Vogeltränke

Als eine Leser-Reporterin am Morgen in ihren Garten geht, streckt ihr die Vogeltränke eine eisige Zunge entgegen. Es handelt sich um ein seltenes Naturphänomen.

von
rob
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Diese Eiskerze entdeckte die Leserin am Mittwochmorgen in ihrem Garten in Waldenburg.

Diese Eiskerze entdeckte die Leserin am Mittwochmorgen in ihrem Garten in Waldenburg.

Leser-Reporter
«Ich würde wirklich zu gerne wissen, wie so etwas enstehen kann», schrieb sie dazu.

«Ich würde wirklich zu gerne wissen, wie so etwas enstehen kann», schrieb sie dazu.

Leser-Reporter
Es handelt sich dabei um ein sehr seltenes Naturphänomen. So genannte Ice Spikes entstehen, wenn Wasser in Gefässen gefriert.

Es handelt sich dabei um ein sehr seltenes Naturphänomen. So genannte Ice Spikes entstehen, wenn Wasser in Gefässen gefriert.

Dranderson8/Wikimedia

Nach einer kalten Novembernacht im Baselbieter Waldenburg tritt eine Leser-Reporterin am Mittwochmorgen in ihren Garten. Erstaunt bleibt sie vor ihrer zugefrorenen Vogeltränke stehen. «In der Nacht ist der Tränke eine eigenartige Eis-Formation entwachsen», erzählt sie. Die kuriose Eis-Zunge sticht vertikal aus dem kleinen Topf heraus. «So etwas habe ich noch nie gesehen», sagt die 45-Jährige.

Im ersten Moment war die Leser-Reporterin ratlos: Sie konnte sich nicht erklären, wie und wieso das Eis über Nacht zum Himmel wuchs. «Die Tränke steht völlig frei. Es konnte also auch nichts von oben hineintropfen», sagt sie. Auch ihre Schwester ist ratlos: «Sie musste direkt an den Science-Fiction-Film «The Abyss» denken», sagt die 45-Jährige und lacht.

Des Rätsels Lösung

Nach längerer Internet-Recherche dann des Rätsels Lösung: Bei der Eis-Zunge dürfte es sich um einen sogenannten Ice Spike handeln, ein selten vorkommendes Naturphänomen. Wie genau es dazu kommt und wieso gerade in ihrer Vogeltränke, weiss die Leser-Reporterin jedoch nicht.

Ice Spikes bilden sich vornehmlich in Behältern wie Trinknäpfen oder eben Vogeltränken, wo das Wasser schneller gefriert als in grösseren Wasservorkommen wie beispielsweise Seen. Das Eis gefriert dabei von aussen nach innen und dehnt sich um rund neun Prozent aus. Dadurch wird das verbleibende Wasser zunehmend gegen die Oberfläche gedrückt. Hat der Behälter die passende Form und herrscht eine gewisse Aussentemperatur sowie Luftzirkulation, wird das Wasser aus dem Behälter gezwungen. Der Spike kann so lange wachsen, wie es noch ungefrorenes Wasser hat.

Phänomen wird noch immer erforscht

Die Spikes können während dieses Prozesses verschiedene Formen annehmen. Oft sind sie spitz, manchmal kerzenförmig oder erscheinen gar als auf dem Kopf stehende Pyramide. Das Phänomen ist auch bei Eiswürfeln zu beobachten. Was genau für Konditionen herrschen müssen und wann welche Form ensteht, ist unklar: Das Phänomen wird noch immer erforscht.

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