19.04.2019 10:52

BaselKurt Cobains Heroinlöffel wird Ausstellungsstück

Am Basler Metalfestival Czar Fest wird ein Heroinlöffel von Kurt Cobain ausgestellt. Das kontroverse Exponat wird erstmals überhaupt öffentlich gezeigt.

von
lha
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Dieser Löffel stammt aus dem Besitz von Kurt Cobain (). Die Grunge-Ikone soll damit Anfang der 1990er-Jahre Heroin gekocht haben. Jetzt wird der Löffel zum Ausstellungsexponat.

Dieser Löffel stammt aus dem Besitz von Kurt Cobain (). Die Grunge-Ikone soll damit Anfang der 1990er-Jahre Heroin gekocht haben. Jetzt wird der Löffel zum Ausstellungsexponat.

L'Unique Foundation
Cobain kämpfte jahrelang mit seiner Drogensucht. Wegen chronischer Magenschmerzen griff er immer wieder zur Nadel. Mit seiner Band Nirvana gehörte er zu den prägenden Vertretern des Grunge und wurde Anfang der 1990er-Jahre zum Weltstar.

Cobain kämpfte jahrelang mit seiner Drogensucht. Wegen chronischer Magenschmerzen griff er immer wieder zur Nadel. Mit seiner Band Nirvana gehörte er zu den prägenden Vertretern des Grunge und wurde Anfang der 1990er-Jahre zum Weltstar.

AP/Robert Sorbo
Zusammen mit seiner späteren Ehefrau Courtney Love wohnte Cobain Anfang der 1990er-Jahre in einem Apartment in Los Angeles.

Zusammen mit seiner späteren Ehefrau Courtney Love wohnte Cobain Anfang der 1990er-Jahre in einem Apartment in Los Angeles.

«Drogen sind Zeitverschwendung. Sie zerstören dein Gedächtnis, deinen Selbstwert und alles, was mit deiner Selbstachtung einhergeht.» Dieses Zitat wird Kurt Cobain zugeschrieben. Der Superstar der Grunge-Bewegung, der sich 1994 im Alter von 27 Jahren das Leben nahm, kämpfte jahrelang mit seiner Heroinsucht.

Ein Artefakt von Cobains Drogensucht wird am Osterwochenende in Basel ausgestellt. The Kurt Spoon, ein Löffel aus seinem Besitz, wird am Czar Fest in der Kaserne gezeigt. Das kontroverse Exponat ist im Besitz der Basler L'Unique Foundation. «Wir haben uns lange überlegt, ob wir den Löffel überhaupt je ausstellen sollen», sagt Thomas Baumgartner von der Stiftung. Dass er nun am Metalfestival des Basler Labels Czar of Crickets in der Kaserne gezeigt wird, hat einen speziellen Grund.

Cobains Vorbilder auf der Bühne

Headliner des zweitägigen Festivals sind die Young Gods. Die Industrial-Pioniere aus Freiburg inspirierten mit ihrem wegweisenden Sound in den späten 1980er-Jahren Musiker auf der ganzen Welt. Auch Kurt Cobain nannte sie immer wieder als eines seiner musikalischen Vorbilder. «Der Auftritt der Young Gods gab den Ausschlag, den Cobain-Löffel auszustellen», erklärt Baumgartner.

Nun wird der Heroinlöffel in einer eigens angefertigten Schaubox quasi museal ausgestellt. «Wir wollen nichts verherrlichen», betont Baumgartner. Statt Provokation sei Prävention das Ziel. Er weiss aber auch: «Es ist ein heikles Thema.»

Mitbewohner vertickte den Löffel

Der «Kurt Spoon» wirft denn auch ein Schlaglicht auf den Anfang der 1990er-Jahre weit verbreiten Drogenmissbrauch in der Musikszene. Cobain war längst nicht der Einzige, der an der Nadel hing. Layne Staley (†), Frontmann von Alice in Chains, fiel seiner Heroinsucht 2002 zum Opfer. Cobains Witwe, die Sängerin Courtney Love (54), kämpfte ebenfalls chronisch mit Drogenproblemen.

Der Löffel stammt denn auch aus dem Apartment in Riverdale bei Los Angeles, in dem Cobain Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit Love und einem weiteren Mitbewohner gelebt hatte. «Es war eine Junkie-WG», sagt Baumgartner. Der ehemalige Mitbewohner verhökerte den Löffel später Bill Miller, einem bekannten Sammler. Dieser wiederum verkaufte ihn Startifacts, einem bekannten Händler für Star-Memorabilien. Von dort erwarb ihn schliesslich der Basler Sammler Andy Ibach vor einigen Jahren. Die Authentizität des Löffels ist zertifiziert.

Rockstar-Erinnerungsstücke für einen guten Zweck

Ibachs Sammlung an Rockstar-Memorabilien umfasst mehr als tausend Exponate. Darunter auch Bühnenoutfits von Stars wie Jimi Hendrix, David Bowie oder Freddie Mercury. Auch einen undatierten Brief von Kurt Cobain. Teile davon werden weltweit in Galerien und Museen ausgestellt. Ibachs Sammlung wurde letztes Jahr in die L'Unique Stiftung überführt, die Hilfsprojekte in Entwicklungsländern finanziert.

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