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Nirvana - «With the Lights Out»Kurt Cobains Leben auf drei CDs

LO-FI-GRUNGE – Er war Gott. Sie brauchte Geld. Diese unheilige Konstellation von Kurt Cobain und Courtney Love führte beim Best-of-Album vor zwei Jahren zu Leichen-Fledderei. Bei «With the Lights Out» liegt der Fall anders. Cobains Band-Freunde Krist Novoselic und Dave Grohl wollten schon lange unveröffentlichte Aufnahmen herausbringen. Genug Material bekamen sie jedoch erst jetzt, wo alte Streitereien mit Love auf Eis liegen.

Die mit einer Metall-Platte verzierte Box ist kein Muss für Fans und Musik-Historiker, jedoch ein Genuss – 61 Songs und 20 Home-Videos lang.

Die erste CD zeigt vor allem Cobains Wut und Zerstörungslust. Nachwuchsmusiker dürfte zudem freuen, dass schlechte Demo-Tapes definitiv nichts über das Talent einer Band aussagen. Wirklich eindrücklich sind die akustischen Solo-Einlagen von Cobain. So startet auch die zweite CD. Cobain und die Band klingen nun reifer. Klasse Songs, egal, wenn sie teils erbärmlich produziert sind. Lustig hier: das erste «Smells Like Teen Spirit»-Demo.

CD 3 klingt nach Schmerzen und Drogen. Wenn Cobain mit dem Hintergrundgeschrei von Töchterchen Frances «Rape Me» intoniert oder «I Hate Myself and I Want to Die» schreit, spürt man das Unheil kommen.

Olivier Joliat

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