Aktualisiert 14.04.2005 03:42

Kurz über die Grenze – um sich zu prügeln

Gewaltbereite Schweizer Hooligans reisen häufiger an Fussballspiele im Ausland, um unerkannt Schlägereien zu provozieren.

Letzte Woche reiste laut dem Nachrichtenmagazin «Facts» eine Gruppe aus Zürich und Luzern an ein Fussballspiel der deutschen Oberliga nach Ulm. Nicht etwa, um die Teams zu unterstützen, sondern um Schlägereien anzuzetteln: Sie verprügelten am Bahnhof einen Mann, der verletzt ins Spital eingeliefert werden musste.

Gemäss Insidern zeichnet sich seit ein paar Monaten das Phänomen ab, dass Schweizer Hooligans nach Deutschland und Österreich reisen, um sich mit ausländischen Fans zu prügeln. Dies sei eine Folge der repressiven Haltung der Schweizer Behörden, die mit Hooligan-Datenbanken und Rayonverboten drohen, sagte ein Experte zu «Facts».

Nicole Fix von der Stadtpolizei Zürich bestätigt dieses Phänomen: «Der Grund kann aber nicht an der Gesetzgebung liegen. Deutschland hat strengere Gesetze gegen Hooligans als die Schweiz.» Der Grund für die Schläger-Trips sei, dass Schweizer Randalierer im Ausland weniger erkannt werden, vermutet Fix.

(nm)

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