Selbstzweifel, Depressionen, Angstzustände: Kurz vor dem Burnout – Influencer äussern sich zu ihrer mentalen Gesundheit

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Selbstzweifel, Depressionen, AngstzuständeKurz vor dem Burnout – Influencer äussern sich zu ihrer mentalen Gesundheit

Angesichts des Tages der psychischen Gesundheit teilen Creators aus aller Welt persönliche Geschichten und Erfahrungen auf ihren Profilen. Der Tenor: Social Media braucht offene und ehrliche Beiträge, die sich dem Thema annehmen.

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Die Wienerin Sophie spricht auf ihrem Instagram-Account offen über ihre mentale Gesundheit.

Die Wienerin Sophie spricht auf ihrem Instagram-Account offen über ihre mentale Gesundheit.

Instagram/Sophiehearts_com

Darum gehts

Der Smartphone-Bildschirm zeigt Menschen mit perfekten Körpern und makellosen Gesichtern, welche die Welt bereisen und ein pittoreskes Leben in Saus und Braus führen, während man selbst wie eine Kartoffel auf dem Bürostuhl vor sich hin säuert. Social-Media-Beiträge können anstelle von Inspiration und Motivation auch mal einen ziemlich asozialen Nachgeschmack hinterlassen und Selbstzweifel sowie Neidgefühle wecken.

Laut Helpguide gibt es noch wenige Erkenntnisse über gute oder schlechte Langzeitfolgen der Social-Media-Nutzung. Es wurde aber von mehreren Studien bereits befunden, dass eine starke Verbindung zwischen intensivem Social-Media-Konsum und einem erhöhten Risiko für Depressionen, Angstzustände, oder etwa Einsamkeit besteht. Auf den Plattformen würde etwa das beklemmende Gefühl, ständig etwas zu verpassen, geweckt werden. Bekannt ist dieses unter dem Begriff FOMO, der «Fear of missing out».

«Uns zu isolieren, kann die Krankheit verschlimmern»

Am aktuellen Welttag der psychischen Gesundheit vom 10. Oktober wollen die verschiedenen Plattformen eine Bühne für eine breite Diskussion der Thematik bereitstellen. Sie ermuntern ihre Nutzerschaft, etwa unter den Hashtags #Mentalhealth oder #Worldmentalhealthday, Tipps zur Bewahrung der mentalen Gesundheit zu posten. Pinterest hat indes eine Partnerschaft mit der Achtsamkeits-App «Headspace» gestartet, welche Creators in der Schweiz und Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen eine kostenlose Verwendung der App erlauben soll.

Auch einzelne Influencer und Influencerinnen sehen sich in ihrer Rolle als öffentliche Persona in der Pflicht,  ehrlich über ihr mentales Wohlbefinden zu berichten. Die Devise: Offen über die seelische Gesundheit zu sprechen, hilft. So ruft auch Lifestyle-Bloggerin Sophie aus Wien in ihrem Posting dazu auf, dass man sich trauen darf, die Dinge beim Namen zu nennen: «Wenn wir uns alleine mit unserer psychischen Erkrankung fühlen und uns aus diesem Grund isolieren, kann das die Krankheit noch verschlimmern.»

Die Lifestyle-Influencerin Oghosa bezieht sich in ihrem aktuellen Beitrag zugunsten des Gesundheitstages auf saisonal bedingte Depressionen und holt damit ihre 59’800 Followerinnen und Follower ab:

Der Creator Economy Report der Creator Marketing Plattform «Convertkit» hat indes gezeigt, dass 61 Prozent der von ihnen befragten Influencer und Influencerinnen (2704 Personen) im vergangenen Jahr ein Burnout erlebt haben. Die Rede ist hier häufig von einem «Creator-Burnout». Die Konfrontation mit Hasskommentaren und ein anhaltender Druck, regelmässig unterhaltende Posts zu produzieren, stellen beispielhafte Nährböden für diese Diagnose dar.

Das Posting zu aktuellem Anlass von «It’s Lennnie» knüpft an solche Herausforderungen an und erhält dafür auf Instagram 80’000 Likes:

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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