Entlassungen vermeiden: Kurzarbeit bei Clariant Schweiz
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Entlassungen vermeidenKurzarbeit bei Clariant Schweiz

Clariant Schweiz führt Anfang Mai in Teilen der Produktion und der Infrastruktur-Betriebe Kurzarbeit ein. Mit dieser Massnahme sollen weitere Kündigungen vermieden werden.

Dies teilten Clariant und die Gewerkschaft Unia am Mittwoch nach einem Treffen mit. In der Produktion und den dazugehörenden Infrastruktur-Betrieben von Clariant Schweiz sind insgesamt rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele von ihnen von der Kurzarbeit ab kommendem 1. Mai betroffen seien, sei noch offen, sagte Clariant-Schweiz-Sprecher Michael Kraft auf Anfrage.

Die Geschäftsleitung von Clariant Schweiz hatte sich am (gestrigen) Dienstag mit Vertretern der Unia-Geschäftsleitung und dem Präsidenten der Clariant-Betriebskommission zu einem Gespräch getroffen mit dem Ziel, sich bezüglich der geplanten Personalmassnahmen am Standort Schweiz anzunähern und Massnahmen zur Überbrückung des Produktionsrückgangs zu erörtern, wie aus der Mitteilung von Clariant hervorgeht.

Am geplanten zusätzlichen Abbau von rund 1350 Stellen wird laut Clariant-Informationschef Arnd Wagner jedoch festgehalten. Wie bereits berichtet, sind von dem im laufenden Jahr geplanten Abbau unter anderem 300 Stellen in Britannien betroffen, 200 in Deutschland und rund 150 in der Schweiz.

Die Arbeitnehmervertreter und Vertreter der Geschäftsleitung von Clariant Schweiz einigten sich aber auf Verhandlungen für eine Neuauflage des Sozialplans. Im weiteren wurde im Zusammenhang mit bereits ausgesprochenen Kündigungen in einem Fall eine Alternativlösung für die betroffene Person gefunden. Laut Unia handelt es beim Betroffenen um einen Unia-Vertrauensmann. In einem weiteren Fall erhalte ein Unia-Vertreter im Einverständnis mit dem Betroffenen Akteneinsicht, um zu überprüfen, ob die Kündigung im Zusammenhang mit dessen gewerkschaftlicher Tätigkeit stehe, schreibt die Gewerkschaft.

Keine Kampfmassnahmen

Laut Clariant verzichtet die Gewerkschaft Unia zudem auf weitere Arbeitskampfmassnahmen. Die Parteien kamen auch überein, dass sich die Sozialpartner künftig regelmässig treffen, um über absehbare Entwicklungen des Clariant-Standorts Muttenz im Unterbaselbiet zu diskutieren mit dem Ziel, diesen Standort zu stärken.

Beide Parteien bezeichneten die Gespräche in ihren separaten Mitteilungen als konstruktiv. Armin Meile, Chef von Clariant Schweiz, begrüsste es, dass bei den zu treffenden Massnahmen Übereinstimmung mit der Gewerkschaft und dem Präsidenten der Betriebskommission gefunden wurde. Die Gewerkschaft und die Betriebskommission gaben laut der Unia-Mitteilung der Hoffnung Ausdruck, dass mit einer reibungslosen Umsetzung der Vereinbarung der Konflikt beigelegt wird. (dapd)

Kurzarbeit

Mit der Einführung von Kurzarbeit wird verhindert werden, dass Unternehmen bei schlechter Auftragslage umgehend Angestellte entlassen. Die Arbeitslosenversicherung entschädigt den Arbeitgebern während neu 18 Monaten 80 Prozent der ausgefallenen Arbeitsstunden. Dank der Einführung von Kurzarbeit bleibt den Betrieben das Fachwissen erhalten: Sie erhalten Sicherheit für ihre Planung und können die Angestellten bei verbesserter Auftragslage rasch wieder vollumfänglich einsetzen. Die Einführung von Kurzarbeit erfordert eine Bewilligung vom Kanton.

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