Kurze Beine, höheres Demenzrisiko
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Kurze Beine, höheres Demenzrisiko

Hat ein Mensch kurze Beine oder Arme, ist sein Risiko, Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung zu entwickeln, höher als bei anderen.

Dieses Fazit ziehen laut wissenschaft.de amerikanische Forscher, nachdem sie bei knapp 2'800 Freiwilligen die Länge der Gliedmassen mit der Wahrscheinlichkeit verglichen, Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung zu entwickeln. Bei Frauen fanden die Wissenschaftler sowohl bei der Arm- als auch bei der Beinlänge einen Zusammenhang mit dem Demenzrisiko, bei Männern scheint nur die Armlänge eine Rolle zu spielen.

Verantwortlich für das erhöhte Risiko könnte eine mangelhafte Nährstoffversorgung im Mutterleib oder in der frühen Kindheit sein, die gleichzeitig die Gehirnentwicklung und das Längenwachstum der Gliedmassen beeinflusst.

Fünf Jahre lang blieben die 2'798 Probanden, deren Durchschnittsalter bei 72 Jahren lag, unter Beobachtung. In diesem Zeitraum entwickelten 480 von ihnen eine Demenzerkrankung. Dabei hatten die Frauen mit der kürzesten Armlänge ein anderthalbmal so hohes Risiko, zur erkrankten Gruppe zu gehören, wie Frauen mit längeren Armen. Bei der Beinlänge gab es einen ähnlichen Zusammenhang: Für jeden Zentimeter mehr Länge sank das Risiko um etwas mehr als sechs Prozent. Bei den Männern war der Zusammenhang nicht ganz so ausgeprägt und konnte nur für die Armlänge nachgewiesen werden: Hier sank das Risiko mit jedem Zentimeter mehr Armlänge um etwa 2,3 Prozent.

Geprägt durch frühe Kindheit

Bereits aus früheren Studien konnte geschlossen werden, dass wenn Kinder ungewöhnlich klein für ihr Alter sind, dies auf die Lebensbedingungen und die Qualität ihrer Ernährung in der frühen Kindheit zurückzugehen können. Da sich in dieser Zeit vor allem die Hirnregionen entwickeln, die bei Alzheimer am stärksten betroffen sind, könne man sagen, dass das Umfeld in den ersten Lebensjahren eine entscheidende Rolle für das zukünftige Demenzrisiko spielt.

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