Aktualisiert 20.02.2019 06:39

Kurzer Halt mit Automat auf «D» oder auf «N»?

Markus fährt ein Auto mit Automatikgetriebe und fragt sich, ob er bei einem kurzen Halt – beispielsweise am Bahnübergang – auf «N» schalten muss oder den Motor auch im «D» laufen lassen kann.

von
Markus Peter, AGVS
20.2.2019
Lässt du dein Fahrzeug an der Bahnschranke in Stellung «D» stehen, dann nimmst du gegenüber der Stellung «N» höchstens einen etwas höheren Verbrauch in Kauf, weshalb sich der Wechsel auf «N» am ehesten bei längeren Stopps eignet.

Lässt du dein Fahrzeug an der Bahnschranke in Stellung «D» stehen, dann nimmst du gegenüber der Stellung «N» höchstens einen etwas höheren Verbrauch in Kauf, weshalb sich der Wechsel auf «N» am ehesten bei längeren Stopps eignet.

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Frage von Markus ans AGVS-Expertenteam:

Mein Auto hat ein Automatikgetriebe ohne Start-Stopp-Automatik. Wenn ich nun am Bahnübergang kurz warten muss und den Motor nicht abschalten möchte, muss ich dann ins «N» schalten oder kann ich den Wagen auch im «D» laufen lassen?

Antwort:

Lieber Markus

Du kannst den Automaten grundsätzlich im «D» laufen lassen. Das ist sicher komfortabler, als bei jedem kurzen Stopp zwischen «N» und «D» zu wechseln. Fahrzeuge mit einem konventionellen Automatikgetriebe weisen einen sogenannten hydraulischen Drehmomentwandler auf, der die Verbindung zwischen Motor und Getriebe herstellt. In Stellung «D» wird nun eine Seite des hydraulischen Drehmomentwandlers über den Motor angetrieben, während die andere Seite über den im Automatikgetriebe eingelegten Gang und die Verbindung über die Gelenkwellen zu den Rädern stillsteht. Zwischen den beiden mit turbinenähnlichen Schaufeln versehenen Seiten des Drehmomentwandlers zirkuliert das Automatikgetriebe-Öl und sorgt aufgrund des Drehzahlunterschieds (wird als Schlupf bezeichnet) für Reibung und Kraftübertragung zwischen Motor und Rädern. Diese Reibung macht man sich beim Anfahrvorgang zu Nutze indem der Drehmomentwandler quasi als «Anfahrkupplung» und «Drehmomentverstärker» verwendet wird. In Stellung «N» sind dann alle Gangkupplungen im Automatikgetriebe geöffnet, was die Reibungsverluste im Automatikgetriebe reduziert, da der getriebeseitige Teil des Drehmomentwandlers nun quasi frei mitdrehen kann und den reibungsverursachenden Schlupf auf ein Minimum reduziert.

Dein Fahrzeug weist also in Stellung «D» gegenüber Stellung «N» höchstens einen etwas höheren Verbrauch auf, weshalb sich der Wechsel auf «N» am ehesten bei längeren Stopps eignet, bei denen du den Motor nicht abstellen möchtest.

P.S.: Weniger gross ist der Reibungsunterschied bei automatisierten Schaltgetrieben, zu denen auch die Doppelkupplungsgetriebe zählen. Dort werden lamellenartige und elektrisch oder hydraulisch betätigte Reibkupplungen eingesetzt. In Stellung «D» und bei gedrückter Bremse sind diese Kupplungen offen und ein Gang bzw. beim Doppelkupplungsgetriebe zwei Gänge eingelegt. In Stellung «N» sind dann keine Gänge mehr eingelegt.

Gute Fahrt!

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