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Grosse Freude für LuzernerKurzfilm über den Sedel im Wettbewerb in Locarno

Der Luzerner Filmstudent Philip Meyer ist am Festival in Locarno mit dem Kurzfilm «Ein Ort wie dieser» vertreten. Dieser zeigt die Veränderung des Clubs Sedel.

von
sam
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Philip Meyer ist mit seinem Kurzfilm «Ein Ort wie dieser» am Filmfestival Locarno nominiert.

Philip Meyer ist mit seinem Kurzfilm «Ein Ort wie dieser» am Filmfestival Locarno nominiert.

zVg
Im Film geht es um die Veränderung des Luzerner Clubs Sedel, welcher früher ein Gefängnis war.

Im Film geht es um die Veränderung des Luzerner Clubs Sedel, welcher früher ein Gefängnis war.

zVg
Die Entstehung des Films dauerte knapp ein Jahr und war ein Projekt der Hochschule Luzern.

Die Entstehung des Films dauerte knapp ein Jahr und war ein Projekt der Hochschule Luzern.

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Ursprünglich war es eine Jahresarbeit für die Hochschule – heute ist sein Film für den offiziellen Kurzfilmwettbewerb «Pardi di Domani» am Filmfestival in Locarno selektioniert: Philip Meyer hat allen Grund zur Freude. Der 25-jährige Filmstudent der Hochschule Luzern hat eine rund 7-minütige Dokumentation zum Luzerner Club Sedel gedreht. Meyer: «Ich wollte einen Film produzieren über einen Ort, der früher anders genutzt wurde als heute.» Aus diesem Grund habe er sich für den Sedel entschieden.

Keine klassische Erzählspur

Bis vor 40 Jahren diente das Gebäude ausserhalb des Stadtzentrums noch als Gefängnis. Die ursprünglichen Zellen wurden später umgenutzt und bieten heute Platz für zwei Tonstudios, vier Ateliers und 54 Proberäume für lokale Bands. Zudem ist der Sedel ein beliebter Veranstaltungsort für Konzerte. In Meyers Kurzfilm «Ein Ort wie dieser» geht es eben um diese Veränderung des Gebäudes. «Es gibt jedoch keine klassische Erzählspur wie in einer Doku», sagt er. Es bleibe ein gewisser Interpretationsspielraum für die Zuschauer.

Die Vollendung des Films dauerte insgesamt knapp ein Jahr und war ein Projekt der Hochschule Luzern Design und Kunst. Meyer: «Um meine eigene Filmsprache zu finden und weiterzuentwickeln habe ich in dieser Produktion fast alles von der Ideenfindung über die Kamera-Arbeit bis zum Schnitt selber gemacht.» Letzterer sei besonders schwierig gewesen. Zudem sei es eine No-Budget-Produktion: «Ich hatte keine Finanzen für den Film und war auf Goodwill von Kollegen angewiesen», sagt Meyer. So hätten Freunde für ihn vor der Kamera gestanden.

Grosser Abschlussfilm im nächsten Jahr

«In der Schule wurde dann dem Filmfestival Locarno eine Auswahl von Filmen zugestellt», sagt Meyer. «Schliesslich haben sich die Veranstalter dann für meinen Kurzfilm entschieden, was mich sehr freut.» Ab dem 5. August 2015 gilt es dann ernst: Am Filmfestival in Locarno wird der Sieger in der Kategorie Kurzfilm gekürt.

Im nächsten Jahr will Meyer sein nächstes Projekt umsetzen: «Im Zusammenhang mit der Bachelor-Arbeit werde ich einen grossen Abschlussfilm produzieren.» Das konkrete Thema wisse er zwar noch nicht, doch Ideen seien bereits vorhanden.

35 Jahre Sedel

Es ist nicht der erste Film über das Luzerner Musikhaus. So hat etwa «Wetterschmöcker»-Macher Thomas Horat in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Filmer Luzius Wespe bereits die Sedel-Doku «Rock'n'Roll Kingdom» gedreht.

Auch beim Sedel freut man sich. Sedel-Chef Boris Rossi kennt die Kurzdoku schon: «Ich habe den Film bereits gesehen und finde ihn super», sagt er. Und weiter: «Es freut uns, dass unser Haus so viele Menschen inspiriert.» Im nächsten Jahr steigt dann eine grosse Party im Sedel – das 35-jährige Jubiläum der Lokalität als Konzertpalast wird tüchtig gefeiert.

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