Kuschel-Alarm: Kuschelparty in der Kirche: Nicht alle finden es toll

Aktualisiert

Kuschel-AlarmKuschelparty in der Kirche: Nicht alle finden es toll

Die Offene Kirche in St. Gallen bietet Kuschelabende an: Streicheleinheiten nach Anleitung und mit Regeln.

von
Nina Frauenfelder
So soll auch anfangs September in der St. Galler Kirche gekuschelt werden.

So soll auch anfangs September in der St. Galler Kirche gekuschelt werden.

Die Kuschelpartys kennt man bisher nur aus Amerika. Seit kurzem werden sie auch in der Schweiz angeboten – in St. Gallen sogar in einer Kirche. Ab dem 4. September kann man sich monatlich unter Anleitung von sogenannten Kuscheltrainern streicheln und berühren lassen. In einer Gruppe von rund 20 Personen lernt man an einem Abend während drei Stunden, Berührungen zuzulassen und selber zu verteilen.

Die Idee nach St. Gallen geholt hat Thomas Joller (im Bild), Projektleiter der Offenen Kirche. «Es passt in unser aktuelles Jahresthema – wovon lebt der Mensch, was macht ihn glücklich», so Joller. Kuscheln ist laut dem 58-Jährigen «eine Möglichkeit, glücklich zu werden». Beim Surfen im Internet sei er auf den Kuschel-Event gestossen. Der Theologe gibtjedoch zu, dass er sich mit dieser Aktion weit aus dem Fenster lehnt: «Ein Versuch ist es aber wert.»

Kritische Sache

Der Pfarrer von St. Laurenzen, Hansruedi Felix, ist kritisch: «Gegen aussen ist das eine Provokation.» Er frage sich, wie Joller das Kuscheln mit der Religion verknüpfen will. Und für Pfarrer Martin Schmidt, Mitglied des Kantonalen Kirchenrates, ist es zwingend, dass ein solcher Kuschel­abend «mit christlichen Werten verbunden wird». Unabhängig davon scheint die Kuschelparty auf Interesse zu stossen: «Wir haben bereits mehrere Anmeldungen», so Pfarrer Joller.

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