Aktualisiert 11.05.2017 13:23

ZürichKuster wählte sein Mordopfer rein zufällig aus

Damit ein Knastkumpel aus Litauen freikommt, soll Tobias Kuster im Zürcher Seefeld ein zufälliges Opfer erstochen haben. Dieser Litauer, der bereits im Strafvollzug war, sitzt nun in U-Haft.

von
nag
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Das Fahndungsbild des mutmasslichen Täters: Tobias Kuster wurde am 18. Januar im Kanton Bern verhaftet.

Das Fahndungsbild des mutmasslichen Täters: Tobias Kuster wurde am 18. Januar im Kanton Bern verhaftet.

kein Anbieter/Kapo Zürich
Eine Person sei unter «unnatürlichen Umständen» gestorben: Einsatzkräfte im Einsatz. (30. Juni 2016) Bild: 20 Minuten

Eine Person sei unter «unnatürlichen Umständen» gestorben: Einsatzkräfte im Einsatz. (30. Juni 2016) Bild: 20 Minuten

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Die Kantonspolizei ist mit einer mobilen Einsatzzentrale vor Ort.

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In Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt im Zürcher Seefeld vom vergangenen Jahr wurde eine weitere Person in Untersuchungshaft genommen. Diese Person befand sich bereits im Strafvollzug.

Es gelte, deren Rolle im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt im Seefeld vom 30. Juni 2016 und allenfalls weiteren geplanten Delikten zu klären, teilte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich heute mit. Dies passiert aufgrund von Aussagen des teilweise geständigen mutmasslichen Täters des Tötungsdelikts, Tobias Kuster.

Wie der «Blick» heute berichtet, soll es sich beim Festgenommenen um einen litauischen Staatsbürger handeln, der 2012 den Zürcher Milliardär Thomas Schmidheiny um bis zu 150 Millionen Franken erpresst haben soll.

Ausserdem steht ein an den Kantonsrat adressiertes, anonymes Schreiben vom 28. Juni 2016 im Fokus der Ermittlungen. Mit diesem hätte der Litauer, der nun in Untersuchungshaft gesetzt wurde, aus dem Strafvollzug freigepresst werden sollen.

Im Laufe der Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass Kuster die Zeilen wohl selber geschrieben hat. Darin nannte er sich selbst als mögliches Tötungsopfer. Er soll den Brief während seiner Flucht geschrieben haben.

Wie Tagesanzeiger.ch schreibt, soll Kuster mit dem Litauer im Gefängnis eng befreundet gewesen sein. Dabei soll der Litauer die instabile Persönlichkeit von Kuster ausgenutzt haben. Kusters Verteidiger Valentin Landmann bestätigt in dem Bericht, ein Mithäftling habe Kuster massiv manipuliert. «Diese komplexe Beziehung spielte eine zentrale Rolle bei der Tat.»

Unbeteiligter Passant getötet

Beim Tötungsdelikt im Seefeld traf eine Passantin in der Nähe des Bahnhofs Tiefenbrunnen in Zürich auf einen verletzten Mann, der mehrere Stichwunden am Körper aufwies. Der 42-jährige Zürcher verstarb noch vor Ort.

Der Verdacht konzentrierte sich auf Kuster, der nach einem Hafturlaub nicht mehr in die zürcherische Strafanstalt Pöschwies zurückgekehrt war. Er wurde nach monatelanger Fahndung am 18. Januar von der Kantonspolizei Bern im Kanton Bern verhaftet.

Die Staatsanwaltschaft IV für Gewaltverbrechen führt gemeinsam mit der Kantonspolizei Zürich gegen ihn ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung. Sie wirft ihm vor, einen unbeteiligten Passanten getötet zu haben. Der getötete 42-jährige IT-Koordinator hatte keinerlei Beziehung zu Kuster. (nag/sda)

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