Aktualisiert 19.10.2006 22:18

Kutti MC: «Das Gegenteil von einem Schweizer Bünzli»

«Dark Angel» heisst das zweite Album des Rappers Kutti MC. Heute startet er seine Tour mit Live-Band im Bad Bonn Düdingen.

Die Songs auf der neuen Platte sind sehr düster. Hast du der Ironie abgeschworen?

Kutti MC: Ich würde sagen, der Humor ist ernsthafter geworden. Ernsthaftigkeit und Humor schliessen sich ja nicht aus. Das Leben hat nun mal verschiedene Seiten. Sicherlich bin ich in gewissen Ansichten hoffnungsloser geworden.

In «St. Helvetia», «Ds Paradies» und «Mon Bébé» thematisierst du das Leben in der Schweiz. Hast du manchmal Angst, ein Bünzli zu werden?

Kutti MC: Nein, dazu ist mein Kühlschrank leider zu leer. Da gibt es nur ein paar Biere und eine Tube Mayonnaise. Und ich habe leider auch keinen Kugelgrill, ich gehe zum Türken um die Ecke. Weil ich von meiner Kunst lebe, würde ich sagen, dass ich das ungefähre Gegenteil von einem Schweizer Bünzli bin.

Das Video zur ersten Single «Dini Stadt» wurde in Las Vegas gedreht. Wie war das?

Kutti MC: Die Stadt hält man nur einen Tag aus, zumindest wenn man einigermassen klar im Kopf ist.

Warum denn?

Kutti MC: Bei Tageslicht ist die Stadt maximal hässlich, und in der Nacht geht das grosse Bling-Bling los. Der Videodreh lief ziemlich guerillamässig ab: Wir drehten ohne Bewilligung auf einer grossen Hauptstrasse, dabei wurde ich ein paar Mal beinahe überfahren. Dann wurden wir von der Polizei angehalten – denen haben wir ein leeres

Tape ausgehändigt und einen falschen Namen angegeben. Das war unser kleines Amerika-Abenteuer.

Christina Duss

Plattentaufe ist am 27. Oktober im Moods Zürich und am 10. November in der Dampfzentrale Bern.

Am Sonntag, 22. Oktober um 22.55 Uhr wird auf SF1, die Doku «One Love – Kutti MC vs. Jürg Halter» gezeigt. Das Album «Dark Angel» erschien bei Muve.

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