Nach Freispruch - Kyle Rittenhouse (18) verteidigt die tödlichen Schüsse auf Demonstranten
Aktualisiert

Nach FreispruchKyle Rittenhouse (18) verteidigt die tödlichen Schüsse auf Demonstranten

Kyle Rittenhouse tötete im August 2020 mit einem halbautomatischen Gewehr zwei Demonstranten. Am Freitag wurde er freigesprochen. Der 18-Jährige verteidigt sein Handeln.

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Im Alter von 17 Jahren erschoss Kyle Rittenhouse zwei Menschen. Er wurde freigesprochen.

Im Alter von 17 Jahren erschoss Kyle Rittenhouse zwei Menschen. Er wurde freigesprochen.

Reuters
Vor dem Gericht warteten die Menschen auf das Urteil.

Vor dem Gericht warteten die Menschen auf das Urteil.

REUTERS
Für viele ist klar, dass Rittenhouse nicht aus Notwehr gehandelt habe. Das Gericht entschied zu seinen Gunsten.

Für viele ist klar, dass Rittenhouse nicht aus Notwehr gehandelt habe. Das Gericht entschied zu seinen Gunsten.

Reuters

Darum gehts

  • Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Demonstranten wurde Kyle Rittenhouse am Freitag freigesprochen.

  • Dem TV-Sender Fox gab Rittenhouse ein Interview.

  • Der Freispruch des 18-Jährigen führte zu landesweiten Protesten.

Nach seinem Freispruch hat der 18-jährige Kyle Rittenhouse, der bei Anti-Rassismus-Protesten in der US-Stadt Kenosha zwei Demonstranten erschossen hatte, sein Handeln verteidigt. «Die Geschworenen haben das richtige Urteil gefällt – Selbstverteidigung ist nicht illegal», sagte Rittenhouse in vorab veröffentlichten Auszügen aus einem Interview mit dem Fernsehsender Fox. Er sei erleichtert, dass seine «harte Reise» zu einem Ende gekommen sei.

«Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist. Wir haben den schwierigen Teil überstanden», fügte Rittenhouse in den Ausschnitten des Interviews hinzu, das Fox direkt nach dem Freispruch aufgenommen hatte und am Montag in voller Länge senden will.

Proteste nach Freispruch

Rittenhouse hatte bei Anti-Rassismus-Protesten in Kenosha zwei Demonstranten erschossen und einen dritten schwer verletzt. Die Geschworenen sprachen den zum Tatzeitpunkt 17-Jährigen am Freitag von den Vorwürfen des Mordes, des Totschlags, des versuchten Mordes und der Gefährdung anderer frei. In mehreren US-Städten kam es nach dem Freispruch zu Protesten.

Der Prozess war politisch höchst aufgeladen, da er im Zusammenhang mit den «Black Lives Matter»-Protesten vom vergangenen Jahr stand. Rittenhouse gilt in rechten Kreisen als eine Art Galionsfigur. Dort wurde verbreitet, Rittenhouse sei zu den Protesten gefahren, um dort als Sanitäter zu helfen oder Geschäfte vor Plünderungen zu schützen.

Anwälte plädierten auf Notwehr

Die Anwälte des zum Ereigniszeitpunkts 17-Jährigen hatten vor Gericht argumentiert, der Jugendliche habe in Notwehr gehandelt, weil er von Demonstranten angegriffen worden sei. Auf Videoaufnahmen war unter anderem zu sehen, wie ein Mann Rittenhouse mit einem Skateboard schlug. Ein von Rittenhouse verletzter Mann räumte vor Gericht ein, selbst eine Waffe auf den Teenager gerichtet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft erklärte dagegen, Rittenhouse habe die Gewalt als selbsternannter «Hilfspolizist» selbst provoziert. Er hätte nie mit einem Sturmgewehr nach Kenosha reisen dürfen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(AFP/job)

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