Aktualisiert 14.06.2005 12:02

Kyoto verpasst: 2,5 Millionen Tonnen CO2 zuviel

Die Schweiz wird ihren Ausstoss von Treibhausgasen zwar bis 2010 leicht senken, ihre Klimaziele aber ohne weitere Massnahmen verfehlen.

Laut BUWAL droht eine Lücke von 2,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Der vom Bundesrat beschlossene Mix aus CO2-Abgabe und Klimarappen könnte das Loch schliessen.

Gemäss den jüngsten Energieperspektiven des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) wird der Treibhausgasausstoss der Schweiz per 2010 auf 50,77 Millionen Tonnen zurückgehen. Dies würde gemessen am Ausstoss von 1990 einer Abnahme von 3,2 Prozent entsprechen, gefordert sind laut Kyoto-Protokoll indes acht Prozent. Das BUWAL weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Perspektiven auf dem Stand der ergriffenen Gegenmassnahmen per Ende 2004 fussen. Kommt der vom Bundesrat im vergangenen März lancierte Vorschlag einer CO2-Abgabe auf Brennstoffen und eines Klimarappens auf Treibstoffen durch, könnte die Schweiz ihre Ziellücke schliessen. Bei voller Umsetzung dieses Programms dürfte ein Rückgang von 8,7 Prozent resultieren, womit die Kyoto-Vorgabe übertroffen wäre.

Beim wichtigsten Treibhausgas, dem Kohlendioxid, sagen die Berechnungen einen Rückgang von zwei Prozent voraus. Dieser setzt sich zusammen aus einer Abnahme von sieben Prozent bei den Brennstoffen und den industriellen Prozessen einerseits und durch eine Zunahme von acht Prozent bei den Treibstoffen andererseits. Der Strassenverkehr erweist sich damit einmal mehr als Schlüsselproblem für die Erreichung der Klimaziele. Noch stärker zunehmen dürften die synthetischen Treibhausgase. Ihr Ausstoss wird gemäss Prognose zwischen 1990 und 2010 um den Faktor 3,5 steigen. Da die synthetischen Treibhausgase aber heute nur rund ein Prozent des gesamten Ausstosses der Schweiz ausmachen, hat ihre Zunahme weniger Gewicht als jene bei den Treibstoffen.

Zweistellige Rückgangsraten werden beim Methan und dem Lachgas vorausgesagt. Die Emissionen von Methan dürften bis ins Zieljahr um rund 22 Prozent abnehmen, unter anderem auch wegen des vorausgesagten Rückgangs des Rindviehbestandes. Beim Lachgas wird ein Rückgang um 14 Prozent prognostiziert. (dapd)

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