Aktualisiert

Kyrill: Weniger als zehn Millionen Franken Schaden

Kyrill hat an Schweizer Häusern vergleichsweise marginale Schäden angerichtet. Am stärksten betroffen waren laut dem stellvertretenden Direktor Martin Kamber die Regionen östlich von Zürich.

Sie dürften unter zehn Millionen Franken liegen, wie am Freitag erste Abklärungen der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) ergeben haben, dem Dachverband der 19 kantonalen Gebäudeversicherer. Genaue Zahlen lagen aber noch nicht vor. Verglichen mit dem stärkeren Sturm «Lothar» etwa sind Gebäudeschäden unter zehn Millionen Franken vernachlässigbar. Damals entstanden an Gebäuden in der Schweiz Schäden von rund einer halben Milliarde Franken. Somit dürften nach der vergangenen Sturmnacht auch nicht viele Mieter mit Haftungsfragen konfrontiert sein. Der Mieterverband wies aber für solche Fälle darauf hin, dass die Mieter bei einem Orkan wie Kyrill nicht haften, weil Schäden ab einer Windstärke von 75 Kilometern pro Stunde als Elementarschäden versichert seien beziehungsweise von der obligatorischen Gebäudeversicherung übernommen würden. Unter anderen Umständen könnten Mieter aber durchaus schadenersatzpflichtig werden, wenn sie Fensterläden nicht befestigten oder sich sonst eine Nachlässigkeit zuschulden kommen liessen.

Schwächer als Lothar und Vivian

Ein Weststurm von der Stärke von Kyrill ist gemäss MeteoSchweiz im Durchschnitt etwa alle drei Jahre zu erwarten. Es gab in der Schweiz aber schon weit stärkere Stürme; darunter sind Lothar vom 26. Dezember 1999 und Vivian vom 27. Februar 1990.

Bei diesen beiden Stürmen wurde beispielsweise in Zürich knapp 160 km/h gemessen, das sind 25 km/h mehr als beim jetzigen Sturm. Auch an den übrigen Stationen des Flachlandes waren die Spitzenwerte weit höher.

Bei Vivian wurden im Mittelland verbreitet 100 bis 130 km/h gemessen. In Glarus wurden sogar extreme 169 km/h registriert. Auf den Berggipfeln wurde vielerorts 200 km/h überschritten. Am extremsten stürmte es auf dem Grossen Sankt Bernhard mit 268 km/h.

Noch extremer war besonders in den Niederungen der Alpennordseite der Sturm Lothar. Hier gab es verbreitet 110 bis 150 km/h. Äusserst heftig tobte der Sturm damals in Brienz im Berner Oberland, wo mit über 180 km/h für eine Tallage ein sehr extremer Wert erreicht wurde.

(sda/ap) (dapd)

Deine Meinung