Kyrill: Wind-Kreisel muss mit über 200 km/h gewütet haben
Aktualisiert

Kyrill: Wind-Kreisel muss mit über 200 km/h gewütet haben

Es waren kreisende Winde, die mit gigantischer Wucht einen Zug von den Schienen fegten. Jörg Kachelmann will künftig vor dem lokalen Wetterphänomen warnen.

Der Steuerwagen, den Sturm Kyrill am Freitag in Wasserauen aus den Schienen geworfen hat, steht jetzt beim Depot der Appenzeller Bahnen (AB) in Gais. Gestern haben Versicherungsspezialisten den Schaden untersucht. «Wir schätzen ihn auf eine halbe Million Franken», sagt Roger Wenk, Leiter Rollmaterial der AB. Wie der Steuerwagen von den Schienen geblasen werden konnte, ist für die Verantwortlichen schwer nachvollziehbar.

Zum Zeitpunkt des Unglücks wurden Winde von über 100 km/h gemessen. «Das reicht nie, um 20 Tonnen aus den Schienen zu werfen», sagt AB-Mediensprecher Hanspeter Müller. Deshalb wurde der Meteorologe Jörg Kachelmann eingeschaltet. Kachelmann kennt die speziellen Verhältnisse in Wasserauen. «Hier gibt es das seltene Phänomen von sehr starken Rotoren», so Kachelmann.

Dabei wird eine riesige Menge Luft ins Tal geweht und in Rotation versetzt. Die so genannten Laseien-Rotoren können lokal zwischen 150 und 250 km/h erreichen. «Beim Unfall müssen es über 200 km/h gewesen sein», schätzt Kachelmann. Dieses Phänomens wegen wird er künftig auf www.meteocentrale.ch separat die Warnregion Wasserauen einführen.

Felix Burch

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