«La Niña»-Flut in Bolivien: Regierung bittet Hilfe
Aktualisiert

«La Niña»-Flut in Bolivien: Regierung bittet Hilfe

Ungewöhnlich heftige Regenfälle haben in Bolivien für Überschwemmungen gesorgt.

Besonders betroffen war die Stadt Trinidad im Amazonastiefland, etwa 650 Kilometer nordöstlich von La Paz.

80 Prozent der 90 000-Einwohner-Stadt stünden nach einem Deichbruch unter Wasser, teilten die Behörden mit. Seit dem Beginn des sintflutartigen Regens im November sind in Bolivien mindestens 51 Menschen in den Wassermassen oder bei Erdrutschen umgekommen.

47 000 haben alles verloren

Etwa 47 000 Menschen verloren ihr Hab und Gut oder erlitten Schäden daran. Die Regierung des südamerikanischen Landes bat heute um internationale Hilfe im Umfang von umgerechnet etwa 11 Millionen Franken für die Betroffenen.

Die Regierung habe eine Liste mit den am dringendsten benötigten Hilfsgütern vorgelegt, berichteten nationale Medien heute unter Berufung auf die Vertreterin der Vereinten Nationen am Regierungssitz in La Paz, Vitoria Ginja.

Es würden vor allem Lebensmittel und Trinkwasser, Werkzeug und Baumaterial für Notunterkünfte, Rettungsgerät sowie Medikamente benötigt.

Folge von «La Niña»

Nach Angaben von Meteorologen sind die Niederschläge eine Folge des Klimaphänomens «La Niña». Es folgt meistens dem Klimaphänomen «El Niño», das alle vier bis fünf Jahre durch eine Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifik ausgelöst wird.

Beide bringen das Wetter auf dem Subkontinent durcheinander. Während es wegen «La Niña» in Bolivien stark regnete, litt das benachbarte Paraguay im vergangenen September aus dem selben Grund unter einer Dürre mit heftigen Buschfeuern.

(sda)

Deine Meinung