Rückstände von Lösungsmittel - Labor weist Schadstoffe in Gesichtsmasken nach
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Rückstände von LösungsmittelLabor weist Schadstoffe in Gesichtsmasken nach

Eine Untersuchung von «K-Tipp» zeigt: In vielen Hygienemasken gibt es Spuren von Schadstoffen. Unklar ist, ob sich das auf die Gesundheit auswirkt – sagen das BAG und das Forschungsinstitut Empa.

von
Barbara Scherer
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Masken können sogenannte flüchtige Schadstoffe abgeben. 

Masken können sogenannte flüchtige Schadstoffe abgeben.

20min/Marco Zangger
Das hat eine Untersuchung des Konsumentenmagazins «K-Tipp» gezeigt.

Das hat eine Untersuchung des Konsumentenmagazins «K-Tipp» gezeigt.

20 Minuten
Dabei haben FFP2-Masken am meisten Schadstoffe …

Dabei haben FFP2-Masken am meisten Schadstoffe …

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» hat 20 Hygiene- und FFP2-Masken im Labor untersuchen lassen.

  • Alle haben sogenannte flüchtige Schadstoffe aufgewiesen.

  • Bisher ist aber unklar, ob und wie sich diese Stoffe in der Maske auf die Gesundheit auswirken.

Gesichtsmasken sind Pflicht im öffentlichen Verkehr und in den meisten Innenräumen. Dabei sind diese nicht ganz ungefährlich, wie eine Untersuchung von «K-Tipp» zeigt: Das Konsumentenmagazin hat zwanzig Masken aus Asien in einem Speziallabor untersuchen lassen und alle gaben Schadstoffe ab.

Beim Tragen der Maske werden die Schadstoffe als Gase eingeatmet. Das könnte Kopfweh und Schwindel auslösen sowie die Haut und die Atmungsorgane reizen. Bei den Schadstoffen handle es sich um Rückstände von Lösungsmitteln aus der Herstellung. Denn die eingebauten Filterschichten bestehen unter anderem aus erdölbasierten Stoffen.

Im Test waren einfache Hygienemasken sowie FFP2- und KN95-Masken vom Kiosk, Selecta-Automat, aus dem Detailhandel wie Migros, Coop oder Manor und von den Discountern Aldi und Lidl. Dabei fand das Labor bei FFP2-Masken am meisten Schadstoffe, bei Masken aus dem Selecta-Automaten am wenigsten. FFP2-Masken weisen mehr Schadstoffe auf, weil sie in der Regel aus dickerem Filtermaterial bestehen.

So wirst du Schadstoffe in Masken los

Wer sich Sorgen um Schadstoffe in Hygienemasken macht, kann diese leicht umgehen: Neue Masken sollten dafür zwei Tage an der frischen Luft ausgelüftet werden. Am besten hängt man die Maske in die Sonne. Denn Wärme sorgt dafür, dass die Schadstoffe keine Gase mehr abgeben. Darum kann eine neue Hygienemaske auch bei 50 bis 60 Grad für eine halbe Stunde bei laufender Lüftung in den Backofen gelegt werden.

Die gemessenen Mengen an flüchtigen organischen Verbindungen, VOC genannt, bewegen sich laut «K-Tipp» pro Maske im Bereich von 0,02 bis 0,24 Milligramm. Wie gefährlich diese Rückstände in Hygienemasken sind, ist darum zurzeit unklar.

Richtwerte für diese Schadstoffe gibt es nur für Innenräume: Unter ein Milligramm pro Kubikmeter Luft sei unbedenklich, schreibt das deutsche Umweltbundesamt. Wissenschaftliche Studien zu den Auswirkungen von gasförmigen Schadstoffen aus Masken gibt es nicht. Laut Bundesamt für Gesundheit BAG sind die gesundheitlichen Auswirkungen flüchtiger Verbindungen schwierig abzuschätzen.

Auch das Forschungsinstitut Empa kann nicht sagen, wie gefährlich die Schadstoffe in Masken sind. Die Empa habe keine entsprechenden Untersuchungen durchgeführt, heisst es auf Anfrage von 20 Minuten.

Eine systematische Schadstoffmessung bei Masken gibt es zurzeit auch nicht: Es werden nur die von den Herstellern vorgelegten Papiere bei der Zulassung kontrolliert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco gegenüber «K-Tipp» sagt. Stichproben gebe es erst, wenn gefährliche Produkte gemeldet werden.

Masken-Prüfnormen regeln nur Dichte und Filterwirkung

Die Händler und Hersteller sagen, dass die geltenden Normen und behördlichen Vorschriften eingehalten würden. Doch für flüchtige Schadstoffe bei Masken gibt es keine Vorschriften. Die zwei Masken-Prüfnormen EN 14683 und EN 149 regeln nur die Filterwirkung und die Dichtigkeit der Masken.

Die Prüfnorm EN 149 hält zusätzlich fest, dass Masken keine gesundheitsschädlichen Fasern abgeben dürfen. Auch müssen Masken so hergestellt werden, dass die Trägerinnen und Träger nicht mit hautreizenden Materialien in Kontakt kommen. Grenz­werte für Schadstoffe gibt es aber keine.

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