Wegen der Krise: Laden für Arme spürt mehr Zulauf
Aktualisiert

Wegen der KriseLaden für Arme spürt mehr Zulauf

Seit der Wirtschaftskrise boomt der Caritas-Laden in Basel. Das Spezialgeschäft für Arme erwartet auch 2010 eine Zunahme von Kunden.

von
Lukas Bertschmann

«Wir haben täglich 120 bis 180 Kunden – das ist noch nicht lange so», erzählt Paul Stalder vom Basler Caritas-Markt. Fi­lialleiter Urs Möschli rechnet vor, dass er letztes Jahr einen Umsatzanstieg von gut 20 Prozent verzeichnete. «Im Moment ist die Situation zwar auf ­hohem Niveau stabil», sagt Möschli. Für nächstes Jahr erwartet er aber einen weiteren Anstieg seines Kundenkreises.

Der Caritas-Markt bietet stark vergünstigte Produkte des täglichen Bedarfs an. Teilweise sind die Preise weit über 50 Prozent billiger als üblich. Dies wird möglich, da die ­Waren etwa aus Falschlieferungen oder Überproduktion stammen oder Verpackungen mit Druckfehlern haben. Dort einkaufen darf ausschliesslich, wer unter dem Existenzminimum lebt und einen entsprechenden Ausweis hat. «Es kommen primär Asylbewerber, Working Poor, Langzeitarbeitslose oder ältere Menschen mit Minimalrente zu uns», so Möschli.

Eine von ihnen ist die 40-jährige Anna L.*: «Mein Mann und ich arbeiten beide Teilzeit. So reicht es kaum, unsere drei Kinder zu versorgen.» Sie schämt sich nicht, hier ­ihren täglichen Bedarf zu decken. «Zuerst musste ich mich aber schon etwas daran gewöhnen, hier einzukaufen.» Nun ist sie dankbar für das Angebot.

*Name der Redaktion bekannt

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