Geplante Hilfe : Läden in der Stadt sagen Online-Handel den Kampf an 

Aktualisiert

Geplante Hilfe Läden in der Stadt sagen Online-Handel den Kampf an 

Mit einem City-Management will der Luzerner Stadtrat die Innenstadt stärken. Die City Vereinigung und andere Interessenverbände begrüssen den Vorschlag. Das letzte Wort hat aber das Stadtparlament.

von
Rochus Zopp
1 / 7
Am Montagnachmittag waren nicht viele Passanten am Weinmarkt unterwegs. 

Am Montagnachmittag waren nicht viele Passanten am Weinmarkt unterwegs. 

20 Minuten/Daniela Gigor 
Auch auf der Reussbrücke herrscht kein Gedränge. 

Auch auf der Reussbrücke herrscht kein Gedränge. 

20 Minuten/Daniela Gigor 
Genauso wenig auf dem Kornmarkt. 

Genauso wenig auf dem Kornmarkt. 

20 Minuten/Daniela Gigor 

Darum gehts

  • Leerstehende Geschäftsflächen und die Verdrängung lokaler Geschäfte beschäftigen die Stadt Luzern.

  • Um dem entgegenzuwirken, will die Luzerner Stadtregierung einen City-Manager oder eine City-Managerin einstellen.

  • Am 30. Juni entscheidet das Stadtparlament, ob der Antrag des Stadtrats gutgeheissen wird.

Die Luzerner Innenstadt befindet sich im Wandel. Traditionsreiche Geschäfte wie das Modehaus Kofler, das an einer Premium-Lage gelegene Provisorium sind verschwunden, um nur einige aufzuzählen. Die Corona-Krise und der zunehmende Online-Handel setzen die Innenstädte weiter unter Druck. Die Luzerner Stadtregierung will nun dagegen etwas tun.

Um die Innenstadt weiterhin attraktiv zu halten, will der Stadtrat ein City-Management aufbauen. Die Idee geht auf ein Postulat der Mitte-Fraktion und der JUSO/SP-Fraktion im Grossen Stadtrat zurück. Andere Schweizer Städte wie beispielsweise Basel, Rheinfelden oder Aarau haben bereits solche Stellen. 

City-Management soll nicht Teil der Verwaltung sein

Wenn es nach dem Stadtrat geht, soll die City-Managerin oder der City-Manager in Zukunft als eigene Organisation ausserhalb der Verwaltung tätig sein. Um das Projekt möglichst schnell voranzutreiben, ist der Stadtrat bereit, eine Anschubfinanzierung zu leisten. Nach der Anschubfinanzierung soll das City-Management von der Öffentlichkeit sowie von privaten Organisationen und Personen finanziert werden. «Neben Unternehmen aus Branchen wie dem Detailhandel und der Gastronomie sollen auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Immobilienbranche für ein finanzielles Engagement gewonnen werden», teilte der Stadtrat am Montag weiter mit.

«Grundlage für eine attraktive, lebendige Stadt»

Josef Williner, Präsident der City Vereinigung, erklärt: «Durch das City-Management sollen die Kräfte der verschiedenen Akteure gebündelt werden.» So könnten zum Beispiel gemeinsame Marketingaktivitäten geplant werden, ähnlich wie es etwa ein Shoppingcenter tut. Auch gemeinsame Zukunftsvisionen sollen mit dem City-Management gemeinsam entwickelt werden.

Auch der Dialog mit den Vermietern soll gestärkt werden. Leere Ladenlokale könnten so schneller wieder vermietet werden. Ob das Vorhaben gelingt, wird die Zeit zeigen. Williner: «Wenn man nichts versucht, kann man auch nichts gewinnen. Ein City-Management führt auch zu professionelleren Strukturen mit der nötigen finanziellen Unterstützung. Die City Vereinigung Luzern will im neuen Gremium Einsitz nehmen, mitgestalten und konstruktiv mitarbeiten.» 

City-Manager ist frühestens 2023 im Amt 

Auch andere Interessenverbände der Luzerner Innenstadt stehen hinter den Plänen. Gemeinsam mit der City Vereinigung Luzern teilten der Quartierverein Hirschmatt-Neustadt, die Gastro Region Luzern, die IG Kultur Luzern und Luzern Hotels mit, dass ein City-Management eine «unverzichtbare Investition in die Zukunft der Stadt Luzern und deshalb sinnvoll und notwendig ist».

Voraussichtlich am 30. Juni 2022 wird der Grosse Stadtrat darüber abstimmen, ob der Bericht und der Antrag der Regierung angenommen werden. Die Einführung des City-Managements Luzern verbunden mit der Einstellung der City-Managerin oder des City-Managers soll in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres realisiert werden. 

Deine Meinung

18 Kommentare