Aktualisiert 15.12.2016 17:40

Weihnachts-BeleuchtungLämpen wegen Lämpchen

Je näher Weihnachten rückt, desto mehr leuchten die Gärten, Fenster und Balkone. Das Blinken stört aber auch – und müsste nachts eigentlich ausgeschaltet werden.

von
ann
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Lichterketten, Sterne, Samichlaeuse und Christbaeume schmücken die Fenster und Balkone eines Mehrfamilienhauses in Zug.

Lichterketten, Sterne, Samichlaeuse und Christbaeume schmücken die Fenster und Balkone eines Mehrfamilienhauses in Zug.

Keystone/Alexandra wey
Was die einen freut, kann die anderen nerven.

Was die einen freut, kann die anderen nerven.

Keystone/Alexandra wey
Gerade üppig mit Lichtern und Weihnachtsmotiven verzierte Häuser, wie jenes hier in Stansstad, freuen nicht alle gleich.

Gerade üppig mit Lichtern und Weihnachtsmotiven verzierte Häuser, wie jenes hier in Stansstad, freuen nicht alle gleich.

Keystone/urs Flueeler

Es weihnachtet sehr – auch an den Fassaden zahlreicher Häuser und Wohnungen. Immer mehr Schweizer greifen zu Lichterketten, hängen glitzernde Sterne oder blinkende Nikolause ans Fenster und stellen leuchtende Rentiere in den Garten.

Immer mehr Klagen wegen privater Beleuchtung

Das vorweihnachtliche Leuchten ist aber nicht für alle eine Freude. Immer wieder beschweren sich Menschen beim zuständigen Departement ihres Kantons wegen der Adventslichter. Beim Tessiner Departement des Innern etwa sind in den vergangenen Tagen mehrere Beschwerden eingegangen. Die Menschen wollten wissen, welche gesetzlichen Einschränkungen es bezüglich der privaten Beleuchtung von Häusern gibt. Bei der Berner Kantonspolizei oder dem Amt für Lufthygiene beider Basel kennt man solche Klagen auch.

«Da es sich um vorübergehende Installationen handelt, lässt sich relativ leicht ein Kompromiss finden, mit dem sowohl die Antragsstellenden wie auch die Besitzer der Beleuchtung einverstanden sind», sagt Sergio Kraschitz vom Büro für Lärmprävention des Kantons Tessin.

Ab ein Uhr nachts müssten Lichter aus sein

Grundsätzlich gelte es, die erlaubten Zeiten einzuhalten: Laut einem Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahr 2013 muss Adventsbeleuchtung um ein Uhr nachts ausgeschaltet werden. Ausserdem darf sie erst ab dem 1. Advent so lange leuchten, Vorher gilt ab 22 Uhr Lichter löschen.

Immer mehr Gemeinden setzen aber in ihrem Reglement eigene Richtlinien fest. Diese beschränken meist die Zeit, in der Weihnachtsbeleuchtung hängen darf. Manche regeln aber auch, ob blinkende und laufende Lichter erlaubt sind und ob die Lichter die ganze Nacht lang leuchten dürfen.

«Man sollte nicht übertreiben»

«Leider überprüft fast niemand, ob die Leute sich daran halten oder nicht», sagt Stefano Klett von Dark Sky Schweiz. Der Verein, der gegen Lichtverschmutzung kämpft, fordert, dass die Städte und Gemeinden die Einhaltung der Vorschriften überwachen sollen. «Aber es gibt immer noch zu wenig Sensibilität gegenüber diesem Thema», so Klett.

Weihnachtsbeleuchtung stehe überall hoch im Kurs und immer mehr Fassaden würden beleuchtet. Viele Nachbarn störe dies offenbar nicht, sagt Klett. «Die anderen wollen in der Regel nicht für schlechte Stimmung in der Adventszeit sorgen. Übertreiben sollte man es aber trotzdem nicht.»

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Weihnachtsbeleuchtung boomt

Die Nachfrage nach Weihnachtsbeleuchtung hat bei den Grossverteilern in den letzten Jahren stetig zugenommen. «Wir haben unser Sortiment dementsprechend in diesem Bereich erweitert, zum Beispiel mit weihnachtlichen LED-Figuren», sagt Sprecherin Andrea Bergmann von Coop. Am beliebtesten sei die klassische Outdoor-Lichterkette mit warmweissem Licht.

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