Aktualisiert 23.06.2015 13:26

Dutzende KlagenLärm am Rheinufer – Musik-Verbot geplant

Die Gemeinde Rüdlingen SH will das Abspielen von lauter Musik mit Verstärkern verbieten. Den Entscheid darüber fällt aber der Kanton.

von
hae
Lärm zerstört die Idylle: Die Mündung der Thur in den Rhein am 29. August 2012.

Lärm zerstört die Idylle: Die Mündung der Thur in den Rhein am 29. August 2012.

Sobald der Sommer kommt, ist es mit der Ruhe am Rhein vorbei: Jugendliche machen es sich am Fluss gemütlich und beschallen die Rheinufer der Gemeinde Rüdlingen SH mit Musik über Verstärker. Bereits 17 Mal musste die Gemeindepolizei wegen Lärm- und Litteringklagen ausrücken. Dazu kamen noch zwölf Einsätze der Kantonspolizei.

«Die Reaktion der Jugendlichen auf unsere Intervention hängt meistens davon ab, wie viel Alkohol sie getrunken haben», sagt Martin Kern, Rüdlinger Gemeindepräsident und Polizeimitglied, dem «Zürcher Unterländer». Besonders problematisch sei die Lage mit Auswärtigen: «Manche stellen die Musik wieder lauter, nachdem wir gegangen sind.»

Busse bis 50 Franken

Die Gemeinde plant deswegen ein richterliches Verbot vom Abspielen von lauter Musik mit Verstärkern. Selbst umsetzen kann das die Gemeinde aber nicht: Da die Landabschnitte am Ufer dem Kanton gehören, muss dieser über ein Verbot entscheiden. Ein solches könnte dann bis Ende Jahr, spätestens 2016, umgesetzt werden, hofft Kern.

Die Zürcher Gemeinde Eglisau hat bereits ein solches Verbot, es ist in der Polizeiordnung festgeschrieben. Dort können Bussen von bis zu 50 Franken ausgesprochen werden. Doch der Eglisauer Gemeindeschreiber Martin Hermann warnt davor, Bussen allzu schnell auszustellen: «Wir wohnen am allerschönsten Ort am Rhein und müssen deshalb ein gewisses Mass an Toleranz haben, wenn Besucher hierher kommen.»

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