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Lärm tötet jährlich zehntausende Menschen

Lärm tötet nach vorläufigen Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zehntausende Menschen pro Jahr. Allein die Langzeitbelastung durch Verkehrslärm sei in Europa für bis zu drei Prozent aller tödlichen Herzanfälle verantwortlich.

Dies berichtet das britische Magazin «New Scientist» in seiner neuesten Ausgabe unter Berufung auf die UNO-Organisation. Angesichts von weltweit sieben Millionen Toten pro Jahr durch sogenannte ischämische Herzkrankheiten könnten jährlich mehr als 200 000 Todesfälle auf das Konto des Krachs gehen.

Darüber hinaus könne ein andauernd zu hoher Geräuschpegel zahlreiche weitere Gesundheitsfolgen haben, schreibt die Zeitschrift.

Abgesehen von Herzkrankheiten durch Verkehrslärm zählt der «New Scientist» Schlafstörungen durch andauernde Hintergrundgeräusche sowie Hörschäden wie Schwerhörigkeit und Tinnitus durch laute Musik, Verkehrs- und Freizeitlärm auf.

So gingen den vorläufigen WHO-Erkenntnissen zufolge allein in Europa jährlich mehr als eine halbe Million gesunde Lebensjahre durch verschiedene Formen der Lärmbelastung verloren.

Folgen für Gedächtnis von Kindern

Permanente, auch niedrigere Geräuschbelastung am Tag oder nachts könne auch zu Lernstörungen bei Kindern führen, schreibt der «New Scientist».

So habe eine schwedische Untersuchung in München gezeigt, dass sich das Langzeitgedächtnis bei Kindern in der Umgebung des Flughafens Riem nach Schliessung des Flughafens um 25 Prozent gebessert habe.

Im gleichen Umfang habe sich die Gedächtnisleistung von Kindern in der Umgebung des neuen Münchner Flughafens seit dem Betriebsbeginn dort verschlechtert. (sda)

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