Verkehrspolitik: Lärmschutz an der Grenze nur für die Österreicher?
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VerkehrspolitikLärmschutz an der Grenze nur für die Österreicher?

Der Bund will bei der A1 in St. Margrethen eine Lärmschutzwand anbringen – für die österreichische Seite. Die benachteiligte Schweizer Gemeinde rebelliert dagegen.

von
tso
A1 in St. Margrethen: Lärmschutz nur für Österreich.

A1 in St. Margrethen: Lärmschutz nur für Österreich.

Die A1 verläuft in St. Margrethen genau entlang der Grenze zu Österreich. Auf beiden Seiten liegen Siedlungen. Doch die Schweizer Einfamilienhäuser stehen laut «Sonntagsblick» näher bei der Autobahn. Nächstes Jahr will der Bund die A1 totalsanieren. Dazu gehören ein leiserer Belag und eine Lärmschutzwand. Profitieren sollen davon aber nur die Österreicher. Auf Schweizer Seite soll der Strassenlärm weiter ungehindert in die Siedlung dringen.

Nun regt sich Widerstand in St. Margrethen: «Die Vorarlberger erhalten mehr Lärmschutz als die Schweizer», so Gemeindepräsident Reto Friedauer zum «Sonntags-Blick.» «Wir werden offensichtlich benachteiligt. Das ist unbegreiflich», wird er zitiert. Für Friedauer ist das Handeln der Behörden besonders deshalb unverständlich, weil im nächsten Jahr 66 neue Wohnungen und 20 Häuser gebaut werden: «Ohne umfassende Lärmschutzmassnahmen an der Autobahn sind an diesen Neubauten sehr kostenintensive Massnahmen nötig.» Friedauer vermutet, dass die Schweizer Seite wegen einem Staatsvertrag mit der EU benachteiligt wird.

Stellungnahme vom Bund

St. Margrethen hat zusammen mit 48 Anwohnern Einsprache beim Bundesamt für Umwelt Verkehr, Energie und Kommunikation erhoben. Zudem hat sich Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller eingeschaltet. Am Montag will der SVP-Nationalrat eine Stellungnahme von Bundesrätin Doris Leuthard zum Thema einfordern: «Der Grund für diese Ungleichbehandlung ist nicht einzusehen. Ich verlange jetzt Klartext von Doris Leuthard.»

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