Neue Flüchtlingswelle?: «Lage auf Balkanroute ist dramatisch» – Schweiz beschuldigt Serbien

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Neue Flüchtlingswelle?«Lage auf Balkanroute ist dramatisch» – Schweiz beschuldigt Serbien

Die Schweiz und Österreich warnen vor einer neuen Flüchtlingswelle über die Balkanroute. Serbien gilt als Schuldiger für den rapiden Anstieg der Asylzahlen.

von
Stefan Lanz
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Österreichische und Schweizer Grenzbeamte wollen gemeinsam in Zügen patrouillieren, um Flüchtlinge aufzugreifen. 

Österreichische und Schweizer Grenzbeamte wollen gemeinsam in Zügen patrouillieren, um Flüchtlinge aufzugreifen. 

20min/Jeremias Büchel
Flüchtlinge, die via Balkanroute nach Europa gelangen, landen auch in der Schweiz. 

Flüchtlinge, die via Balkanroute nach Europa gelangen, landen auch in der Schweiz. 

20min/Jeremias Büchel
Bundesrätin Karin Keller-Sutter und der österreichische Innenminister Gerhard Karner informieren in Zürich über die hohen Flüchtlingsströme auf der Balkanroute.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter und der österreichische Innenminister Gerhard Karner informieren in Zürich über die hohen Flüchtlingsströme auf der Balkanroute.

20min/Stefan Lanz

Darum gehts

Am Mittwoch traf sich Bundesrätin Karin Keller-Sutter mit dem österreichischen Innenminister Gerhard Karner in Zürich. Thema: der rapide Anstieg der Flüchtlingsbewegungen auf der Balkanroute. Die beiden Minister unterzeichneten einen Aktionsplan, der die Ströme eindämmen soll. Geplant sind unter anderem gemeinsame Grenz-Patrouillen in Zügen aus Österreich in die Schweiz und diplomatische Interventionen auf europäischer Ebene. Besonders zeigten beide aber mit dem Finger in Richtung Serbien.

Im Interview mit 20 Minuten sagt Keller-Sutter, dass geschätzt 80 Prozent der Flüchtlinge auf der Balkanroute via Belgrad kämen. «Viele Menschen reisen visumsfrei nach Serbien ein und von dort aus mit Schleppern weiter.» Wegen der serbischen Visapolitik kämen plötzlich sogar Menschen aus Indien und Pakistan in den Schengen-Raum, um hier Asyl zu beantragen, obwohl sie kaum eine Chance auf einen positiven Bescheid haben.

Lage ist «besorgniserregend»

Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen, die über die Balkanroute kommen, sei «besorgniserregend», sagte Keller-Sutter gegenüber 20 Minuten. Ihr österreichischer Kollege nannte die Lage sogar «dramatisch», das österreichische Asylsystem sei am Anschlag.

Österreich verzeichnet dieses Jahr über 56’000 Asylgesuche – über 40 Prozent mehr als 2021 – Ukraine-Flüchtlinge nicht mitgezählt. Von den Entwicklungen auf der Balkanroute ist auch die Schweiz betroffen, denn viele Menschen wollen von Österreich her weiter in Richtung Westen. Zumeist nach Frankreich und in das Vereinigte Königreich, wobei viele auch in der Schweiz Station machen.

Auch die Schweiz verzeichnet höhere Asylzahlen als letztes Jahr, mit 20’000 Flüchtlingen rechne man dieses Jahr, hiess es am Montag im Nationalrat. Schon letzte Woche forderte die SVP schärfere Grenzkontrollen zu Österreich. Zumindest teilweise wird diese Forderung nun mit den gemeinsamen Patrouillen in den Zügen von Österreich in die Schweiz erfüllt.

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