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HochwasserLage bleibt angespannt - Pegel sinken

Die Wassermassen bedrohen weiterhin weite Landstriche entlang des flusses Schwarze Elster im deutschen Brandenburg. In Sachsen-Anhalt wurde die Stadt Löben evakuiert.

von
Patricia Czarkowski
Wolfgang Beyer, der Leiter des Kraftwerks Boxberg, betrachtet die Schutzmassnahmen gegen die Wassermassen (30. September 2010).

Wolfgang Beyer, der Leiter des Kraftwerks Boxberg, betrachtet die Schutzmassnahmen gegen die Wassermassen (30. September 2010).

Die Hochwasserlage in Südbrandenburg entlang des Flusses Schwarze Elster ist auch am Freitag angespannt geblieben. Auf den Deichen lastete trotz stagnierender und teils sinkender Pegel noch immer ein enormer Wasserdruck, wie der Landeskatastrophenschutzstab in Potsdam mitteilte. An weiten Teilen des Flusses galt weiterhin die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4. In Sachsen-Anhalt mussten Einwohner der Stadt Löben wegen der Wassermassen ihre Häuser verlassen. In Sachsen hingegen fielen die Pegel kontinuierlich.

An der Schwarzen Elster mussten am Freitag zahlreiche Sickerstellen an den Dämmen gesichert werden. Bei Wahrenbrück in Brandenburg strömte das Wasser auf 40 Metern Länge über den Deich, wie der Krisenstab des Kreises Elbe-Elster mitteilte. Seit dem Morgen brachten zwei Hubschrauber der Bundeswehr rund 5000 Sandsäcke an die Gefahrenstelle, um den beschädigten Deich zu stabilisieren. In Bad Liebenwerda und in Herzberg bestand laut Innenministerium wegen der zunehmenden Durchweichung der Deiche die Gefahr von Dammrutschungen. Dagegen wurden die Sicherungsarbeiten am Deich westlich von Elsterwerda vorerst abgeschlossen. Dort hatte überströmendes Wasser die Grasnarbe auf bis zu 80 Meter weggespült.

Höchststand von 5,20 Meter in Magdeburg erwartet

In Sachsen-Anhalt mussten wegen des Hochwassers die Einwohner von Löben ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung sei notwendig geworden, weil das Wasser der Schwarzen Elster durch den Deichbruch bei Meuselko Löben erreicht habe, sagte Landkreis-Sprecherin Angelika Vorig. Die Bruchstelle sollte noch im Laufe des Tages geschlossen werden.

In Magdeburg wurde die Hochwasserwarnstufe 2 ausgerufen. Der Hochwasserscheitel werde die Landeshauptstadt am Montag erreichen, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung mit. «Nach den aktuellen Prognosen wird der Hochwasserscheitel in Magdeburg einen Höchststand von rund 5,20 Meter haben», sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). Damit seien Deichwachen noch nicht erforderlich. Die Stadt halte jedoch Deichwachkräfte in Bereitschaft, falls sich die Situation verschärfen sollte, sagte Trümper.

In Sachsen sanken die Wasserstände der grossen Flüsse weiter. Die höchste Alarmstufe 4 sei aufgehoben worden, sagte eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums in Dresden. Für den Kreis Meissen sollte der Katastrophenalarm voraussichtlich bis Samstag (2. Oktober) bestehen bleiben.

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