Heftige Kämpfe: Lage in Kongo eskaliert
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Heftige KämpfeLage in Kongo eskaliert

Ein internationaler Krisengipfel am Freitag in Nairobi soll den Konflikt im Osten des Kongos beenden helfen. Ungeachtet dessen lieferten sich Rebellen und regierungsnahe Milizen erneut heftige Gefechte.

Hilfsorganisationen haben im Osten des Landes erneut ihre Arbeit einstellen müssen, obwohl dort eine Flüchtlingskatastrophe droht. Die Versorgung der mindestens 250 000 Flüchtlinge in Goma und Umgebung, die seit Wochen auf Hilfe warten, sei erschwert.

Ein Caritas-Mitarbeiter berichtete, in einigen Lagern müssten sich bis zu 800 Menschen einen einzigen Wasserhahn teilen. Die hygienischen Verhältnisse seien «gotterbärmlich». Wegen der Regenzeit herrschten abends Temperaturen von lediglich 13 Grad Celsius. Immer mehr Krankheiten breiteten sich aus.

Schwere Gefechte

Nach Angaben der UNO-Friedenstruppen beschossen sich beide Seiten nahe der Stadt Rutshuru mit Maschinengewehren, Granatwerfern und Panzerfäusten. UNO-Blauhelmsoldaten versuchten vergeblich, die Lage zu beruhigen.

Ein Sprecher des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda machte die kongolesische Armee für das Wiederaufflammen der Kämpfe am Dienstag mitverantwortlich, da sie die Milizen unterstützten. Das Militär wies die Vorwürfe zurück.

Die Rebellen erklärten, sie würden an dem vor einer Woche ausgerufenen Waffenstillstand festhalten. Zuvor hatte Nkunda mit einem Marsch auf die Hauptstadt Kinshasa gedroht, falls Präsident Joseph Kabila das Verhandlungsangebot der Rebellen nicht annehme.

Krisengipfel in Nairobi

Wegen der Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo wollen sich die zentralafrikanischen Staats- und Regierungschefs am Freitag in Kenias Hauptstadt Nairobi treffen.

Dies sagte der kenianische Aussenminister Moses Wetangula am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Kongos Präsident Kabila kündigte bereits seine Teilnahme an.

Nach kenianischen Angaben nehmen auch die Präsidenten von Ruanda, Kenia, Uganda, Tansania und Südafrika sowie Vertreter der Afrikanischen Union (AU) an dem Treffen teil. Auch UNO- Generalsekretär Ban Ki Moon und Vertreter einiger westlicher Ländern seien eingeladen, sagte Wetangula.

Forderung nach besserer Regierung

Nkunda bezeichnet sich als Verteidiger der Tutsi-Minderheit und fordert eine bessere Regierung für das Land. Er wirft der kongolesischen Armee vor, mit Hutu-Milizen aus Ruanda zusammenzuarbeiten.

Die kongolesische Regierung hat Verhandlungen mit Nkunda bislang abgelehnt und Ruanda beschuldigt, den Rebellenführer zu unterstützen. (sda)

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