Aktualisiert 23.08.2005 07:21

Lage in Zentralschweiz verschärfte sich weiter

Die Hochwassersituation in der Schweiz hat sich in der Nacht auf heute weiter verschärft. Betroffen sind vor allem der Kanton Bern und die Innerschweiz. Die Pegel der Seen geben keinen Grund zur Entwarnung. Hunderte wurden evakuiert.

In den meisten Teilen der Schweiz blieb die Hochwassersituation in der Nacht dramatisch. Im Kanton Bern stiegen die Seespiegel weiter an, die Aare in Bern erreichte am Morgen den Maximalstand vom Vortag.

Im Matte-Quartier wurden bis am späten Abend rund 240 Personen evakuiert. Der Pegel des Thunersees stand am Morgen bei 559,05 Meter, rund 70 Zentimeter über der Schadengrenze. Mehrere Thuner Quartiere waren am Morgen ohne Strom, darunter auch die Ladenstrasse Bälliz.

In Wilderswil trat die Lütschine über die Ufer und überflutete am späten Montagabend weite Teile von Interlaken und den umliegenden Gemeinden. Grindelwald und Lauterbrunnen sind von der Umwelt abgeschnitten.

Luftbrücke eingerichtet

Ab Dienstagmorgen soll eine kostenpflichtige Helikopter- Luftbrücke eingerichtet werden. Im Gadmen, Guttannen und Hasliberg mussten wegen Wasser und Erdrutschen mehrere Personen evakuiert werden, wie bei der Kantonspolizei Bern zu erfahren war.

Der Bielersee dürfte im Verlauf des Dienstags die kritische Marke von 431,00 Metern erreichen. In Täuffelen, Gerolfingen, Sutz- Lattrigen, Mörigen wurde den Bewohner seenaher Häuser nagegelegt.

Autobahnen gesperrt

Im ganzen Kanton waren am frühen Morgen noch immer zahlreiche Strassen gesperrt, unter anderem die Autobahn A6 zwischen Rubigen und Muri, die A8 am linken Brienzerseeufer und die Autostrasse A6 zwischen Faulensee und Leissigen. Wieder geöffnet ist die Strasse Frutigen-Adelboden.

Stark betroffen ist auch die Zentralschweiz: Obwohl die Niederschläge nachgelassen haben, ist die Hochwasser-Situation im Kanton Uri auch am Dienstagmorgen gravierend. Laut den Behörden wurde die A2 wegen Schäden an einem Viadukt bei Attinghausen gesperrt. Für den Schwerverkehr gilt die Phase Rot.

Der Personenwagenverkehr wird zwischen Flüelen und Erstfeld auf die Kantonsstrasse umgeleitet. Allerdings nur bis Schattdorf: Um 5.50 Uhr musste dort auch die Kantonsstrasse gesperrt werden. Auch die Klausenpassstrasse ist schwer beschädigt worden und bleibt zu.

Die Dörfer Amsteg und Flüelen sind teilweise überflutet, Bauen und Isenthal sind nicht erreichbar. Auch die Obwaldner Gemeinde Engelberg ist nur noch auf dem Luftweg erreichbar. Strasse und Bahnlinie sind zerstört und unpassierbar. Der Talboden steht nach erneuten heftigen Niederschlägen praktisch vollständig unter Wasser.

Im Kanton Schwyz ist Brunnen nur noch auf dem Seeweg zu erreichen, Bahnlinie und Strassen sind unterbrochen. In der Nacht auf Dienstag mussten weitere Personen evakuiert werden, so auch Gäste eines Campingplatzes.

Im Kanton Graubünden hat das Hochwasser zu zahlreichen Streckenunterbrüchen im Bahn- und Strassenverkehr geführt. Gesperrt sind unter anderem die Prättigauerstrasse H28 und der Flüelapass sowie die H27 im Unterengadin.

In Landquart und Davos traten die Flüsse über die Ufer, auch Susch und viele weitere Ortschaften waren nach Angaben der Polizei vom Hochwasser betroffen. Vielerorts mussten Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden. In Klosters wurden 70 Personen aus einem Altersheim in Sicherheit gebracht.

Im Kanton Aargau hat sich die Hochwasserlage bis am Dienstagmorgen stabilisiert, bleibt aber prekär. In den oberhalb des Aargau gelegenenen Einzugsgebieten der Flüsse verschärfte sich die Lage indes weiter. An der Reuss bei Merenschwand musste ein Damm verstärkt werden.

Bahnverkehr betroffen

Im Raum Zentralschweiz, Berner Oberland und auf der Nord-Süd- Achse behindern Erdrutsche auch den Personen- und Güterverkehr auf der Schiene. Insbesondere der Streckenunterbruch zwischen Brunnen und Sisikon führt zu massiven Behinderungen, teilte die SBB am Dienstag mit.

Die Gotthardlinie ist für mehrere Tage unterbrochen. Ebenfalls unterbrochen ist die Strecke Zürich-Chur bei Ziegelbrücke. Derzeit ist der Bahnhof Ziegelbrücke nur sehr beschränkt befahrbar.

Die BLS-Transitachse und der Autoverlad Kandersteg-Goppenstein können frühestens um 09.00 Uhr wieder geöffnet werden, wie ein BLS- Sprecher auf Anfrage sagte. Weiterhin unterbrochen ist die Bahnverbindung Langenthal-Niederbipp.

Auch die Rhätische Bahn ist von den Unwettern betroffen. Sie musste die Strecke zwischen Zernetz und Scuol-Tarasp bis auf weiteres stilllegen. Eingestellt wurde auch der Autoverlad an der Vereina.

Hoffnung auf Entspannung der Lage macht die Wetterprognose von MeteoSchweiz: In der Deutschschweiz und in Graubünden gibt es am Vormittag noch vereinzelt Schauer, aber allmählich auch ein paar Aufhellungen. Nur am östlichen Alpennordhang gibt es noch zum Teil Regen. Meist trocken wird es auch in der Westschweiz und Wallis, im Tessin scheint gar die Sonne.

(sda)

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