Laika bezahlte Weltruhm mit qualvollem Tod

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Laika bezahlte Weltruhm mit qualvollem Tod

Sie war ein einfacher Strassenköter mit wachem Blick und kecken Ohren. Doch die Sowjetunion hatte Grosses vor mit der kleinen Hündin Laika: Als erstes irdisches Lebewesen reiste sie vor 50 Jahren in einer Raumkapsel ins All.

Die Mission war letztendlich ein Erfolg, denn sie ebnete den Weg für die bemannte Raumfahrt. Laika aber bezahlte diesen Erfolg mit ihrem Leben.

Am 4. Oktober 1957 hatte die Sowjetunion den weltweit ersten künstlichen Satelliten Sputnik auf eine Erdumlaufbahn gebracht und damit den Erzrivalen USA geschockt. Nun setzte Moskau noch eins drauf: Sputnik 2 war mit 508 Kilo deutlich schwerer und komplexer als der Vorgänger, und er sollte das erste Lebewesen in eine Erdumlaufbahn bringen - Laika.

Rechtzeitig zum 40. Jahrestag der Oktoberrevolution wollte die Sowjetunion ihre technologische Überlegenheit gegenüber den USA demonstrieren und zugleich herausfinden, ob ein Lebewesen im Weltraum überleben kann.

Reise im Weltraumanzug

Eigentlich hiess der vierbeinige Weltraum-Pionier, den Hundefänger auf Moskaus Strassen aufgelesen hatten, Kudrijawka, auf Russisch «lockig». Doch Weltruhm erlangte der Mischling unter dem Namen Laika.

Am Sonntag den 3. November 1957 um genau 10.28 Uhr, vier Tage vor den Revolutionsfeiern, startete Laikas Reise, von der es kein Zurück mehr geben sollte. Gefangen in der druckdichten Raumkapsel, wurde die Hündin von einer Kamera beobachtet. Sie trug einen Weltraumanzug mit feinen Sensoren, die Herzschlag, Blutdruck und Atem kontrollierten.

45 Jahre hielt sich die offizielle Version von Laikas Schicksal, die so lautete: Der Hund beendete seine über eine Woche andauernde Mission 1600 Kilometer über der Erde und starb dann friedlich und planmässig nach einem mit starkem Gift getränkten letzten Mahl.

Zwar gab es Gerüchte, wonach Laika in der Kapsel schlicht die Luft ausgegangen sei, die Wahrheit kam aber erst 2002 während einer Konferenz in den USA ans Licht. Einer der beteiligten Wissenschaftler an der Mission, der Biologe Dimitri Malaschenkow, berichtete, dass das Tier an einem Schock und an Erschöpfung aufgrund von grosser Hitze gestorben sei.

Verzweifelte Befreiungsversuche

Zu Tode erschrocken vom Getöse und der Vibration der Triebwerke, versuchte Laika zunächst verzweifelt, sich zu befreien. Doch die Rakete stieg unbarmherzig höher und höher. Dabei raste das Herz des kleinen Hundes drei Mal schneller als normalerweise. Laika beruhigte sich erst ein wenig, als die Raumkapsel die Erdumlaufbahn erreicht hatte.

Doch es kam schlimmer. Ein Teil des Hitzeschilds hatte sich während der Trennung von der Trägerrakete gelöst, und binnen weniger Stunden war die Temperatur innerhalb der Raumkapsel von 15 Grad Celsius auf 41 Grad emporgeschnellt. Fünf Stunden nach dem Start gab Laika keine Lebenszeichen mehr von sich.

Trotz der Probleme gewannen sowjetische Wissenschaftler genug Erkenntnisse, um weitere Hunde ins All zu schicken und sie heil zurückzuholen. Dies ebnete den Weg für bemannte Missionen, russische und amerikanische. Am 12. April 1961 reiste der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall.

Infografik: Die Geschichte der Raumfahrt. (sda)

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