Aktualisiert 05.05.2015 21:41

Bezirksgericht ZürichLambada-Bar-Türsteher von Vorwürfen entlastet

Einem 27-jährigen Sicherheitsmann wurde vorgeworfen, einen renitenten Gast mit Fusstritten traktiert zu haben. Zu unrecht, fanden die Richter. Bestraft wurde der Kosovo-Albaner dennoch.

von
Attila Szenogrady
Die Lambada Bar an der Zürcher Langstrasse.

Die Lambada Bar an der Zürcher Langstrasse.

Die Vorwürfe gegen den heute 27-jährigen Kosovo-Albaner wogen schwer. So soll er in der Nacht auf den 8. November 2014 als Türsteher der Lambada-Bar einen renitenten Gast attackiert haben. Zunächst ging er zusammen mit einem Berufskollegen auf den Geschädigten los. Worauf der andere Sicherheitsbeamte Pfefferspray einsetzte.

Das Opfer wusch sich danach auf dem Helvetiaplatz die Augen aus und kehrte an die Langstrasse zurück, wo er die beiden Türsteher erneut provozierte. Dann flüchtete der Gast. Worauf ihm die beiden Securitys über 70 Meter weit nachrannten. Dann stürzte der Geschädigte und wurde von seinen Verfolgern am Boden liegend mit Pfefferspray und Faustschlägen traktiert. Danach war es laut Anklage der Beschuldigte, der dem wehrlos am Boden liegenden Opfer mindestens zwei Fusstritte gegen den Kopf versetzte. Die am Tatort eintreffende Polizei nahm den kosovarischen Türsteher fest. Worauf er elf Tage in Untersuchungshaft verbrachte.

Dreieinhalb Jahre Gefängnis gefordert

Die zuständige Staatsanwältin verlangte für den nicht geständigen Mann vor Gericht wegen versuchter schwerer Körperverletzung sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Die Polizei hatte beim Türsteher mit einem Schmetterlingsmesser sowie einem Elektroschockgerät zwei illegale Waffen ohne Bewilligung sichergestellt.

Der Beschuldigte stritt die Fusstritte vor Gericht ab. Sein Verteidiger forderte ebenfalls Freisprüche von den Hauptvorwürfen. Mit Erfolg. So sahen die Richter nur die Waffendelikte als erwiesen an und setzten eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Franken fest.

Die versuchte schwere Körperverletzung sah das Gericht hingegen als nicht bewiesen an. So sei es aufgrund des Sturzes des Geschädigten auf der Flucht und zwei weiteren Schlägereien im unmittelbaren Vorfeld der Anklage unklar, wie und wann es zum Schädel-Hirn-Trauma gekommen sei. Zudem seien zum Teil belastende Aussagen von drei Polizeibeamten nicht einheitlich ausgefallen. Die finanziellen Forderungen des Geschädigten nach einem Schmerzensgeld von 1200 Franken wies das Gericht ab.

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