Aktualisiert 06.02.2019 15:42

Vierfachmord Rupperswil

Landen Tatwerkzeuge von Thomas N. im Museum?

Die Staatsanwaltschaft möchte alle Spuren vom Vierfachmord in Rupperswil zerstören. Damit sind nicht alle einverstanden.

von
fss
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In einem Rucksack, den die Polizei bei der Durchsuchung im Haus des Täters fand, fanden sich eine Pistole, Fesseln und Klebeband. (13. Mai 2016)

In einem Rucksack, den die Polizei bei der Durchsuchung im Haus des Täters fand, fanden sich eine Pistole, Fesseln und Klebeband. (13. Mai 2016)

Die Gerichtszeichnung zeigt Thomas N. zusammen mit Verteidigerin Renate Senn (rechts).

Die Gerichtszeichnung zeigt Thomas N. zusammen mit Verteidigerin Renate Senn (rechts).

epa/Walter Bieri
Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim – unweit des Tatorts in Rupperswil.

Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim – unweit des Tatorts in Rupperswil.

Yannick Wiget

Rund 270 Gegenstände wurden im Fall Rupperswil beschlagnahmt und in der Anklageschrift aufgenommen. Neben dem Rucksack mit einer Pistole, Kabelbindern und Klebeband auch ein Regenschirm sowie ein Notizbuch und Hundefotos.

Wie die «Aargauer Zeitung» schreibt, plant die Staatsanwaltschaft nun, alle Gegenstände und Daten zu vernichten, die im Zusammenhang mit dem Vierfachmord sichergestellt wurden.

Jetzt regt sich allerdings Widerstand, und zwar aus den eigenen Reihen. Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau und Verantwortlicher für das Polizeimuseum in Aarau, sagte gegenüber der AZ: «Es wäre meines Erachtens ein Fehler, diese Gegenstände zu entsorgen.»

«In 30 Jahren sieht das anders aus»

Er sieht die Beweismittel als Gegenstände mit einem historischen Hintergrund. «Sie müssen aufbewahrt werden.» Graser möchte nicht, dass sie bereits in naher Zukunft im Museum ausgestellt werden. Das wäre wohl pietätlos. Er meint: «In 20 oder 30 Jahren sieht das womöglich anders aus.»

Graser hat angekündigt, ein internes Anliegen zu deponieren. Man hoffe, dass das Gericht einen entsprechenden Antrag unterstützen werde. Dann könnten der Rucksack und die Waffen doch noch im Museum landen.

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