Landesmuseum: Start zu zehnjähriger Bauzeit
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Landesmuseum: Start zu zehnjähriger Bauzeit

Im Landesmuseum in Zürich beginnt in den nächsten Wochen eine rund zehnjährige Bauzeit: Ab Februar wird die Sicherung des über 100-jährigen schlossartigen Altbaus vorgenommen.

Anschliessend soll ab 2009 der Erweiterungsbau erstellt werden. Danach werde voraussichtlich ab 2011 die Gesamtsanierung des Altbaus in Angriff genommen werden und 2013 abgeschlossen sein, sagte Landesmuseum-Direktor Andres Furger am Donnerstag an der Jahresmedienkonferenz.

Fundus in ehemaliges Zeughaus verlegen

In Affoltern am Albis ZH wird im September mit der Realisierung eines 19 000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Sammlungszentrums begonnen. Bereits wird das ehemalige Zeughaus als Zwischenlager genutzt. Ab 2007 soll das neue Kompetenzzentrum für die Sammlungen der Musée-Suisse-Gruppe zur Verfügung stehen.

Nachdem die Musée-Suisse-Gruppe in den letzten Jahren viel in die Museen in Prangins, Schwyz, Seewen und Bärengasse investiert hätten, sei nun der Hauptsitz in Zürich am Zug, wo gemäss Furger «sehr grosser Nachholbedarf» besteht. Der Baubeginn in diesem Jahr in Zürich und Affoltern markiere einen Meilenstein in der Geschichte des Schweizerischen Landesmuseums.

Statische Sanierungsarbeiten

Für die statische Sanierung des baufälligen Landesmuseums aus dem Jahr 1898 sowie die Verbesserung des Brandschutzes habe der Bund 20 Millionen Franken bewilligt. Die Arbeiten werden vier Jahre in Anspruch nehmen.

Nachdem letztes Jahr der Gestaltungsplan festgesetzt worden sei, würden dieses Jahr die architektonischen und baurechtlichen Grundlagen für den Erweiterungsbau erarbeitet. Auf den ursprünglichen Abbruch des Gebäudetraktes im Westen der Museumsanlage wird verzichtet.

Im Neubau auf der Platzspitzanlage ist ein Westflügel gegen die Sihl geplant, in dem Sonderausstellungen mit Exponaten aus der gegen eine Million Objekte umfassenden Sammlung durchgeführt werden sollen.

Erste Dauerausstellung der Schweiz über jüngste Geschichte

Viel Raum soll im Neubau geschaffen werden für die Darstellung der Zeitgeschichte. Zum ersten Mal erhalte die Schweiz eine dauerhafte Präsentation ihrer jüngsten Geschichte, kündigte Furger an. Im Zentrum stehen soll die Kultur-, Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Schweiz im 20. und 21. Jahrhundert.

Ausgehend von grossen politischen Ereignissen, wirtschaftlichen Krisen, sozialen Konflikten, wissenschaftlichen Paradigmenwechseln und kulturellen Revolutionen sollen «wichtige Knotenpunkte der gesellschaftlichen Entwicklung» sichtbar gemacht werden. Bis der Neubau bereit steht, werden die Themenbereiche als «vorgezogene Sonderausstellungen» präsentiert.

Kindermuseum und «Zürcher Turm»

Das Konzept sieht weiter ein Kindermuseum für Familien mit Kindern im Vorschulalter vor. Zudem gibt es im «Zürcher Turm» eine permanente Ausstellung zur Stadt- und Kantonsgeschichte Zürichs.

Der Westflügel des bestehenden Museums mit vielen historischen Zimmern wird laut Furger in weiten Teilen auf den Zustand der Gründerzeit zurückgeführt. Im Bahnhofflügel werden künftig die «Schlüsselobjekte» des Museums gezeigt. Themenausstellungen im Ostflügel sollen aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgreifen.

(sda)

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