Opferfamilie bedankt sich: «Landesweite Anteilnahme berührt uns sehr»
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Opferfamilie bedankt sich«Landesweite Anteilnahme berührt uns sehr»

Die Familie der jungen Frau, die seit der Vergewaltigung in Emmen LU vor drei Monaten gelähmt ist, blickt trotz allem hoffnungsvoll in die Zukunft. Davon zeugt ein offener Brief.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat am Montag einen offenen Dankesbrief der Angehörigen des Vergewaltigungsopfers publiziert. Hier der Brief im Wortlaut:

«Liebe Leserinnen und Leser,

Vor einigen Monaten wurden wir von diesem fürchterlichen Gewaltverbrechen in Emmen schwer getroffen. Wir, das heisst unsere ganze Familie. Wir als Familie kämpfen jeden neuen Tag um ein Stück Normalität. Es ist ein langer Weg und sehr schwer zu tragen.

Die überwältigende landesweite Anteilnahme der Bevölkerung berührt uns sehr. Darum ist es uns ein besonderes Anliegen, vor Weihnachten vielen Menschen Danke zu sagen. Allen Ersthelfern, die ihr Menschenmöglichstes getan haben um Leben zu retten. Dem Luzerner Kantonsspital Luks, allen Ärzten, Chirurgen, Mitarbeitern des Intensivpflegedienstes im Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil und der Stiftung für Schwerbehinderte in Luzern. Aber auch der Polizei, der Staatsanwaltschaft, der Initiantin des Spendenkontos, den Spenderinnen und Spendern und unseren Arbeitgebern, die uns in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben. Auch denjenigen Medien, die pietät- und respektvoll mit diesem Fall umgegangen sind, möchten wir danken.

Es sind viele Menschen, die versuchen mit uns zusammen ein Stück dieses nicht immer einfachen Weges zu gehen. Besonders gerührt hat uns ebenfalls der Solidaritätsmarsch am 22. August, den eine anonyme Organisatorin ins Leben rief und der von Firmen wie dem Näh- und Hobbyzentrum Vonarburg, der Bäckerei Bachmann, der Papeterie Waldis und der Gärtnerei Heini unterstützt wurde. Diese Hilfe aus der Bevölkerung ist sehr emotional für uns. Die vielen Briefe, Kinderzeichnungen, lieben Worte und Wünsche helfen, unseren Schmerz ein wenig zu lindern.

Der Täter ist nach Monaten noch immer auf freiem Fuss. Wir hoffen, dass er evt. auch mit sachdienlichen Hinweisen aus der Bevölkerung schnellstmöglich gefasst wird. Wir werden an Weihnachten auf schwere Monate zurückblicken und trotzdem mit geeinten Kräften hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.

Danke für Ihre liebe Unterstützung.»

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