Aktualisiert 29.06.2011 19:26

DetailhandelsstudieLandi steht hoch in der Gunst der Konsumenten

Landi war 2010 der heimliche Gewinner im Schweizer Detailhandel. Sein Umsatzwachstum war fast so hoch wie das von Aldi.

von
Valeska Beck
1) Alle Verkaufsstellen, die mit Coop beschriftet sind (Coop Super- und Verbrauchermärkte, Coop City, Coop Bau + Hobby, Coop Vitality, Coop Pronto, coop@home.ch)

1) Alle Verkaufsstellen, die mit Coop beschriftet sind (Coop Super- und Verbrauchermärkte, Coop City, Coop Bau + Hobby, Coop Vitality, Coop Pronto, coop@home.ch)

Der bäuerliche Detailhändler Landi steht längst nicht mehr bloss für Tierfutter, Gartenzubehör und Gummistiefel. Laut dem Marktforschungsinstitut GfK belegt Landi auf der Hitliste im Schweizer Detailhandel den siebten Platz und hat damit gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze gutgemacht. Die Umsätze in den Läden stiegen um 11,1 Prozent auf 1,1 Mia. Franken (siehe Grafik).

GfK-Sprecherin Claudia Merkel kennt das Erfolgsgeheimnis von Landi: «Alte, kleinere Verkaufsstellen wurden geschlossen und neue Läden mit grossen Verkaufsflächen eröffnet.» Wirtschaftspsychologe Christian Fichter von der Kalaidos- Fachhochschule ergänzt: «Landi profitiert von seiner lokalen Ausrichtung mit einem lokalen Produktesortiment.» Das komme bei den Konsumenten ausgezeichnet an.

Mit seinen Wachstumsraten ist Landi dem Discounter Aldi dicht auf den Fersen: Der Umsatz an den Kassen des deutschen Detailhändlers betrug vergangenes Jahr rund 1,4 Mia. Franken – das ist ein Plus von 16,5% gegenüber 2009. Aldi steht damit bereits auf Platz 5 der Schweizer Hitliste. Platzhirsche im Schweizer Detailhandel bleiben aber weiterhin Migros und Coop.

Wenig Ahnung von den Preisen

Die Schweizerinnen und Schweizer wissen immer weniger über die Preise im Detailhandel Bescheid. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens GfK. Kannten im Jahr 1997 noch 15 Prozent der Befragten den Preis eines Produkts des täglichen Bedarfs, sind es 2011 nur noch 3 Prozent. So wird beispielsweise der Preis für 500 Gramm Ruchbrot massiv überschätzt. Die befragten Konsumenten schätzten den Preis bei Coop auf 2,34 Franken (Median), während der «gefühlte» Preis beim Discounter Lidl nur 1,77 Franken betrug. Effektiv kostet ein Ruchbrot laut GfK überall etwa 1,10 Franken und damit klar weniger als von den Konsumenten angenommen.

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