Aktualisiert 06.09.2007 20:17

Landrat lehnt Verbot von Süssgetränken an Schulen ab

Die Baselbieter Schulen dürfen weiterhin Cola-Automaten aufstellen. Das hat gestern der Landrat beschlossen.

Im Kampf gegen jugendliche Fettleibigkeit wollte die grüne Landrätin Madeleine Göschke an allen Baselbieter Schulen den Verkauf von Süssgetränken verbieten. Die ungesunden Zuckerbomben würden dazu beitragen, dass bereits jedes fünfte Kind in der Schweiz übergewichtig sei, schrieb sie in ihrem Vorstoss an den Regierungsrat. Doch der Landrat lehnte gestern ihren Vorschlag mit 40 zu 33 Stimmen ab. Für Göschke ein Widerspruch: «Es ist doch schizophren, wenn man immer von Gesundheitsförderung spricht, aber dann solche Getränke verkauft.»

Die Gegner des Vorstosses sprachen von einer Überreglementierung. «Wir setzen lieber auf Aufklärung als auf Verbote», sagt auch René Glauser vom Amt für Volksschulen. Im Gegensatz zum Kanton Basel-Stadt, der in den nächsten Jahren die Süssgetränke durch gesündere Fruchtsäfte und Mineralwasser ersetzen will, lässt man den Baselbieter Schulen weiterhin freie Hand. «Eine Schule kann ja auch beschliessen, dass sie kein Cola oder Sprite mehr verkaufen will», so Glauser. Dies würde sich nach dem gescheiterten politischen Vorstoss auch Madeleine Göschke wünschen: «Ich habe einen Anstoss gegeben und hoffe, dass möglichst viele Schulen nun reagieren.»

Jonas Hoskyn

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