Aktualisiert 06.09.2007 16:27

«Langbeinige Bohnenstangen sind momentan gefragt»

Der öffentliche Aufschrei über Mager-Models ist längst verhallt. Zumindest bei der Jury des Elite Model Look in Zürich, die über mehrfachen BMI-Unterschreitungen hinweg sah und gleich zwei langgliedrige Mädchen zu Finalistinnen kürte.

Hanni und Nanni, nein, Georgette und Nina heissen die Siegerinnen des Elite Model Look. Die typischen Zwillingsnamen hätten jedoch genauso gepasst. Die beiden Schülerinnen aus Eschenbach und Brig sehen sich doch sehr ähnlich. Scheitel in der Mitte, Scheitel auf der Seite: Mehr Erkennungsmerkmale trennen sie nicht.

Die langbeinigen und vor allen Dingen äusserst knochigen Wesen hatten allgemein wenig Wiedererkennungswert. Dennoch blickte Armin Morbach für jede in die Zukunft. Natürlich gewann schliesslich, wer in den Augen des Gemanys-Next-Topmodel-Jurors international was Wert sein könnte. Ende November dürfen die rund siebzig Siegerinnen der Elite Model Looks aus den verschiedenen Ländern international konkurrieren. Die Allerschönste gewinnt einen zweijährigen Modelvertrag im Wert von mehr als 150'000 Dollar.

«Die Masse zählen halt schon ...»

«Langbeinige Bohnenstangen sind momentan das, was gefragt ist», gab Morbach offen zu. Auch wenn er sich noch vor wenigen Monaten gegen diesen Trend geäussert hatte. In der Herbst/Winterkollektion von Barnies deckten noch Wolle, Pelz und Leder die mageren Mädchen. In Jeans, Unterwäsche und Kleid jedoch wurden unterschiedliche BMI-Unterschreitungen sichtbar. «Die Masse zählen halt schon», meinte Ursula Knecht, Eigentümerin der Modelagentur Option, kleinlaut.

Was offensichtlich noch weniger zählte, war das Laufen auf dem Catwalk in der Maag Event Hall in Zürich. Stilettos mit Stricknadelabsätzen machten den 14- bis 19-Jährigen zusätzlich das Leben schwer. Bruce Darnell, der in Germanys Next Topmodel die Mädchen zu Grazien machte, fehlte hier. Dessen Tipps wären Gold wert gewesen, auch wenn sie auf dessen Lieblingsspruch «Deine Handtasche muss leben!» verzichten hätten müssen. Accessoires, über die man auch noch hätte stolpern können, liessen die Stylistinnen glücklicherweise in den Regalen.

Yvonne Zurbrügg (Text), Maurice Thiriet (Video), 20minuten.ch

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