Aktualisiert 23.06.2015 14:53

Bluttat im KientalLange Haftstrafen gegen Mörder-Paar bestätigt

Die Beschuldigten des Mordfalls im Kiental müssen langjährige Haftstrafen absitzen. Auch das Obergericht sah den Tatbestand des Mordes als erfüllt an.

In diesem Haus in Kiental wurde die Leiche des Mannes gefunden.

In diesem Haus in Kiental wurde die Leiche des Mannes gefunden.

Das bernische Obergericht hat am Dienstag langjährige Freiheitsstrafen im Zusammenhang mit einer Bluttat vom November 2011 im Kiental ausgesprochen. Damit liegt es in etwa auf der Linie der Vorinstanz.

Wie die erste Instanz sah auch das Obergericht den Tatbestand des Mordes als erfüllt an. Es sprach einen heute 47-jährigen Mann schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren, aufgeschoben zugunsten einer stationären Therapie.

Seine Ex-Frau beurteilte das Obergericht etwas anders als die Vorinstanz. Es verurteilte sie wegen Gehilfenschaft zum Mord zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren, begleitet von einer ambulanten psychotherapeutischen Massnahme.

Berufung eingelegt

Beide waren bereits im Januar 2014 vom erstinstanzlichen Gericht zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Der Mann erhielt damals zwölf Jahre aufgebrummt, die zugunsten einer Therapie aufgeschoben wurden. Die Frau wurde zu 14 Jahren verurteilt. Beide legten gegen das Urteil Berufung ein.

Opfer und Täter standen in einem von emotionalen Abhängigkeiten geprägten Dreiecksverhältnis. Als die Beziehung mit ihrem neuen Partner zu kriseln begann, wandte sich die Frau an ihren Ex-Mann, in dem sie nach wie vor einen Freund und Helfer sah. Diesem klagte sie ausgiebig ihr Leid. Im Angeklagten reifte der Entschluss, den neuen Partner der Frau umzubringen. Er selber hegte Hoffnungen, danach wieder mit seiner Ex-Frau und den Kindern unter einem Dach leben zu können. Schliesslich tötete er den Nebenbuhler mit 26 Messerstichen.

Unter Tränen Unschuld beteuert

In erster wie in zweiter Gerichtsinstanz war umstritten, ob die Frau von den Absichten ihres Ex-Mannes wusste und sie allenfalls auch guthiess oder gar unterstützte. Vor Gericht beteuerte die Frau jeweils unter Tränen ihre Unschuld. Die Staatsanwaltschaft hingegen zeichnete das Bild einer selbst- und rachsüchtigen Frau, die genau gewusst habe, dass ihr Ex-Mann ihr hörig sei. Das habe sie kaltblütig ausgenutzt, um den neuen Partner, der sich von ihr abzuwenden begann, eliminieren zu lassen.

Das Obergericht kam zu einem etwas milderen Schluss. Der Angeklagte habe nicht nur rein auf Anstiftung hin gehandelt, sondern auch aus eigenem Antrieb.

(sda)

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