07.04.2020 14:09

Hongkong

Langersehnte Panda-Paarung dank Covid-19

Seit einem Jahrzehnt wartet ein Hongkonger Zoo sehnlichst auf die Paarung zweier Pandas. Alles, was die Bären dazu brauchen, ist offenbar etwas Privatsphäre.

von
cho
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Während es sonst im Ocean Park in Hongkong von Besuchern wimmelt, ...

Während es sonst im Ocean Park in Hongkong von Besuchern wimmelt, ...

AP/kin Cheung
...bleiben diese derzeit wegen der Corona-Massnahmen aus.

...bleiben diese derzeit wegen der Corona-Massnahmen aus.

AP/Kin Cheung
Die Einsamkeit tut den beiden Pandas Le Le (im Bild) ...

Die Einsamkeit tut den beiden Pandas Le Le (im Bild) ...

epa/ym yik

Die grosse Zoo-Anlage Ocean Park in Hongkong ist derzeit wegen der Pandemie menschenleer. Dennoch sind Mitarbeiter dort vor Freude ganz aus dem Häuschen. Ying Ying und Le Le, die beiden 14-jährigen Pandas, haben es getan: Sie haben sich gepaart.

Ein Jahrzehnt lang versuchte man im grossen Zoo vergeblich, die beiden Bären zur Kopulation zu bewegen. Auch künstliche Befruchtungen wurden versucht – zur Geburt eines Jungtiers kam es jedoch nie. Im Park seien nun alle ganz aufgeregt, sagt Michael Boos, Leiter für zoologische Operationen und Erhaltung: «Beim natürlichen Paarungsprozess ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft höher als durch künstliche Befruchtung.» Ob der Paarungsversuch bereits erfolgreich war, können die Mitarbeiter des Zoos noch nicht sagen. Panda-Dame Ying Ying werde intensiv beobachtet, so Boos: «Bei einer Schwangerschaft könnten Schwankungen des Hormonspiegels und Verhaltensänderungen bereits Ende Juni auftreten.» Bei Pandas bestehe jedoch auch die Möglichkeit, dass Weibchen eine Pseudoschwangerschaft erleiden.

Privatsphäre für Bären

Wegen der Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 darf der Ocean Park derzeit nicht besucht werden. Entsprechend ruhig ist es dort jetzt. Wie CNN berichtet, bemerkten Mitarbeiter bei den beiden Riesenpandas in den letzten Tagen ein typisches Balzverhalten. So habe Ying Ying mehr Zeit im Wasser verbracht, während Le Le vermehrt Duftmarkierungen setzte, nach denen seiner Partnerin schnüffelte. Die Tiere paaren sich üblicherweise zwischen März und Mai.

Laut Boos gibt es nur noch rund 1800 Riesenpandas in ihrem natürlichen Lebensraum. «Wir hoffen, einen Beitrag zur Erhaltung dieser gefährdeten Art leisten zu können.» Ob Ying Ying trächtig ist, wird erst ein Ultraschall mit 100-prozentiger Gewissheit zeigen können, der jedoch laut dem Park frühstens 17 Tage vor der Geburt durchgeführt werden kann. Pandas haben eine Tragzeit von 72 bis 324 Tagen.

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