Kriminalgericht Luzern: Langjährige Haftstrafen für brachiale Einbrecher
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Kriminalgericht LuzernLangjährige Haftstrafen für brachiale Einbrecher

Zwei Mitglieder einer Diebesbande haben 2012 innert kurzer Zeit bei mehreren gewaltsamen Einbrüchen grosse Beute gemacht. Nun wurden sie zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

von
gwa
Das Kriminalgericht in Luzern verurteilte die beiden Einbrecher.

Das Kriminalgericht in Luzern verurteilte die beiden Einbrecher.

Das Luzerner Kriminalgericht hat zwei Kosovaren zu Freiheitsstrafen verurteilt, die 2012 innerhalb weniger Monate an 13 bzw. 11 Einbruchdiebstählen und Einbruchsversuchen beteiligt gewesen sind. Einer der beiden hatte bereits 2009 und 2011 ähnliche Taten begangen. Die Einbrüche verübten die Verurteilten zusammen mit weiteren Beteiligten unter anderem in den Kantonen Luzern, Schwyz, Bern, Fribourg, Waadt und Zürich.

Die Gruppe hatte es vor allem auf Tankstellenshops und deren Tresore abgesehen. Auch auf Bancomaten, die sich jeweils in der Nähe befanden, gingen die Täter los. «Mit brachialer Gewalt verschaffte sich die Täterschaft Zutritt zu den Räumlichkeiten durch Einschlagen von Mauern, Aufbrechen von Türen oder Aufschlitzen von Dächern», heisst es im Urteil. Die Einbrecher erbeuteten vorwiegend Bargeld und Tabakwaren.

Die Einbrüche wurden in wechselnder Zusammensetzung begangen. Dabei ging die Gruppe sehr professionell vor: Die Diebesbande machte sich an Bewegungsmeldern, Alarmanlagen oder Sicherungskästen zu schaffen. Dabei benutzten sie oft abhörsichere Funkgeräte und einen sogenannten «Jammer» – ein Störsender, um Alarmanlagen zu manipulieren. Danach verschafften sie sich Zugang zu Tresoren oder Bancomaten, die sie mit schwerem Einbruchswerkzeug knackten. Oft nahmen sie dabei Rollen als Einbrecher, Wache und Chauffeur auf. Die Beute wurde jeweils aufgeteilt.

Hohe Delikts- und Sachschadenbeträge

In einigen Fällen mussten die Täter unverrichteter Dinge wieder abziehen, da sie Alarm ausgelöst hatten oder von einer Polizeipatrouille bei ihrem Vorhaben gestört wurden. Mehrmals war die Gruppe jedoch erfolgreich: So war einer der beiden an acht erfolgreichen Einbrüchen beteiligt. Dabei erbeutete die Gruppe rund 703'000 Franken. Zusammen mit den Einbruchsversuchen entstand dabei Sachschaden in der Höhe von rund 363'600 Fr. Der zweite Beschuldigte war bei fünf erfolgreichen Einbrüchen dabei. Deren Deliktsumme beläuft sich auf knapp 562'600 Fr. und der angerichtete Sachschaden auf rund 304'650 Fr.

Die Beschuldigten wurden unter anderem wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verurteilt. Zudem hatten die Männer gegen das Ausländergesetz verstossen. Einer der beiden wurde zudem wegen Fälschung von Ausweisen schuldig gesprochen. Dafür wurden die heute 25- und 26-jährigen Männer zu Freiheitsstrafen von fünf Jahren und acht Monaten bzw. vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig: In beiden Fällen wurde Berufung angemeldet.

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