Aktualisiert 06.03.2010 22:58

Unihockey CupfinalLangnau deklassiert Waldkirch-St. Gallen

Langnau hat zum dritten Mal in den letzten vier Jahren den Swiss Mobiliar Cup gewonnen. Im Final setzten sich die Emmentaler gegen Waldkirch-St. Gallen 11:4 durch. Bei den Frauen siegten die Red Ants Winterthur gegen Dietlikon 5:4 nach Verlängerung.

Die letzten vier Männer-Cupfinals in Bern waren jeweils mit einem Tor Differenz ausgegangen. Dieses Mal setzte sich mit den Tigers Langnau der Favorit vor 3200 Zuschauern in der ausverkauften Wankdorfhalle deutlich durch. Die entscheidende Differenz legten die Emmentaler im Mitteldrittel, als sie von 4:3 auf 7:3 davon zogen.

Langnau hatte sich in der Meisterschaft nur knapp für die Playoffs qualifiziert. Vor einer Woche schafften sie nun den Einzug in die Halbfinals und gewannen nun den Cup. «Wir haben uns in den letzten Wochen extrem zusammengerauft, denn es gab schwierige Momente in dieser Saison», sagte Trainer Philippe Soutter.

Zu den Langnauer Matchwinnern avancierte das Duo Ales Zalesny/Simon Stucki. Der tschechische und der Schweizer Internationale, bei Länderspielen Erzrivalen, harmonierten ausgezeichnet und erzielten zusammen vier Treffer, unter ihnen die drei im mittleren Abschnitt. Und auch Rolf Lüthi, der dritte Stürmer dieser Linie, liess sich zwei Tore - die ersten beiden - notieren. Der erfolgreichste Langnauer Torschütze war allerdings Marc Mühlethaler, der mit seinem Treffer in der 56. Minute das «Stängeli» (zum 10:3) perfekt machte.

Langnau begann stark und überforderte die St. Galler in den ersten Minuten vollständig. Bereits nach knapp acht Minuten und Treffern von Rolf Lüthi (2) und Ales Zalesny lagen die favorisierten Emmentaler 3:0 in Führung. Nach einem Timeout legte das Team von Trainer August Schärli die Nervosität ab und fand immer besser ins Spiel. Zur ersten Pause (3:4) war die Partie deshalb wieder offen. «Das Schlussresultat täuscht etwas in der Höhe, denn nach dem ersten Drittel war ich überhaupt nicht siegessicher», so Soutter.

Waldkirch-St. Gallen, das in den Halbfinals sensationell Wiler- Ersigen ausgeschaltet hatte, präsentierte sich in seinem ersten Cupfinal lange Zeit vorzüglich. Mehr als eine «ehrenvolle» Niederlage lag für den Aussenseiter an diesem Abend aber nicht drin. «Uns fehlte die Cleverness. Und im Gegensatz zum Halbfinal sind wir nicht über uns hinausgewachsen. Das hätte es heute wieder gebraucht», so der St. Galler Captain Lukas Hess.

Im Gegensatz zum Männer-Final war der Final bei den Frauen eine enge Angelegenheit und wurde erst in der Verlängerung entschieden. Michaela Kathriner schoss die Red Ants Winterthur mit ihrem Tor in der 63. Minute zum fünften Cupsieg (auf dem Grossfeld). Bereits die bisherigen beiden Cupfinal-Duelle zwischen den beiden Teams in den Jahren 2000 und 2004 waren nach Verlängerung (jeweils 4:3) zu Gunsten der Red Ants ausgegangen.

Dass die Partie zwischen dem Rekormeister (Winterthur) und dem Dominator der letzten Jahre (Dietlikon) auch dieses Mal ausgeglichen verlaufen würde, konnte nach dem bisherigen Saisonverlauf erwartet werden. Als Dietlikon in der 52. Minute jedoch auf 4:1 (Eigentor) davonzog, schien die Partie gelaufen zu sein. Doch die Winterthurerinnen kämpften sich zurück und glichen in der zweitletzten Minute mit zwei Treffern innerhalb von zehn Sekunden (jeweils ohne Torhüterin und mit sechs Feldspielerinnen) zum 4:4 aus. «Dietlikon stand hinten rein und mit etwas Glück gingen die Bälle plötzlich rein. Das Momentum kippte auf unsere Seite», resümierte Winterthurs Trainer Rolf Kern.

Kerns Antipode Marco Moser, der Ende Saison das Zepter in Dietlikon nach zehn Jahren abgibt, konnte sich den Einbruch seines Teams nicht erklären: «Wir machten plötzlich Fehler und schenkten ihnen zwei Tore. Das ist unerklärlich und darf uns nicht passieren.» Dietlikon, zuletzt zweimal Double-Gewinner, hatte zuletzt auch in der Meisterschaft zweimal in Folge eine Partie in den letzten Minuten aus der Hand gegeben und trifft nun in den Playoff-Halbfinals ab dem kommenden Wochenende auf... die Red Ants Winterhur.

(si)

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