Langstreckenraketen bedrohen Europa
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Langstreckenraketen bedrohen Europa

Europa ist nach Einschätzung der NATO einer zunehmenden Bedrohung durch Langstreckenraketen aus dem Mittleren Osten und Nordafrika ausgesetzt. Für einen effektiven Schutz müsste ein spezielles Abwehrsystem aufgebaut werden.

Das geht aus einer Studie hervor, die das Bündnis am Mittwoch in Brüssel vorstellte. Demnach könnte ein Abwehrsystem aus boden- und satellitengestützten Überwachungsmeldern in Verbindung mit «einigen wenigen» landgestützten Abwehrraketen errichtet werden, sagte der für Investitionen zuständige stellvertretende NATO-Generalsekretär Marshall Billingslea.

Schätzungen zu den Kosten wollte Billingslea ebensowenig machen wie über Staaten, von denen eine Bedrohung durch Langstreckenraketen ausgehen könnte. Verteidigungspolitiker der NATO-Staaten haben aber wiederholt von einer potenziellen Gefährdung durch Staaten im Nahen und Mittleren Osten oder in Nordafrika gesprochen. Die USA entwickeln bereits ihr eigenes Raketenabwehrsystem. Die damit beauftragte Behörde für Raketenabwehr verfügt über einen Haushalt von jährlich sieben bis acht Milliarden Dollar (5,5 bis 6,3 Milliarden Euro). Es wird erwartet, dass sich die NATO auf ihrem Gipfeltreffen im November in Riga mit einem Raketenabwehrschirm für Europa beschäftigen wird.

Die Studie mit einem Umfang von 10 000 Seiten war von den NATO- Staats- und Regierungschefs beim Gipfel von Prag im Jahr 2002 in Auftrag gegeben worden.

Quelle: SDA/AP (sda)

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