3 mit Sex - «Lars-Baby, darf ich uns beim Sex filmen?»
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3 mit Sex«Lars-Baby, darf ich uns beim Sex filmen?»

Lars und seine Affäre Diego drehen einen kleinen Porno – und empfehlen es allen weiter.

von
Lars
Zora Schaad
Deborah Gonzalez
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Lars’ Sexpartner Diego schlägt vor, sich beim Sex zu fotografieren und zu filmen. Anfangs noch skeptisch, gefällt Lars die Idee dann doch. 

Lars’ Sexpartner Diego schlägt vor, sich beim Sex zu fotografieren und zu filmen. Anfangs noch skeptisch, gefällt Lars die Idee dann doch.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Lars lernt Diego kennen und schnell geht es heiss her.

  • Nach dem ersten Sex werden die Nachrichten versauter.

  • Diego schlägt Lars vor, sich beim Sex zu filmen – das verunsichert Lars zunächst. Doch er lässt sich darauf ein.

  • Lars ist ein grosser Fan der Foto- und Videoaufnahmen: Er sieht sie sich heimlich im Zug oder bei langweiligen Unterhaltungen an.

  • Er empfiehlt es allen weiter: «Dreht Home-Videos!»

Wie ihr wisst, bin ich in einer offenen Beziehung mit Timon. Eigentlich ist nebenher wenig gelaufen, bis ich Diego kennengelernt habe. Timon weiss von Diego und ist einverstanden, dass ich ihn treffe. Bei Diego und mir ist absolut klar: Es geht nur um das Eine.

Ich lerne Diego im El Paso kennen. Wir tauschen unsere Nummern aus und schon bald schreiben wir uns öfters Nachrichten. Diego ist extrovertiert und offensiv. Er sendet mir Fotos, Sprachnachrichten und Videobotschaften. Sein Gesicht lächelt mir auf meinem Handyscreen entgegen. «Na, süsser Lars, wie gehts dir so?» Oder: «Guten Morgen, schade, trinke ich meinen Kaffee alleine im Bett.» Diegos Social-Media-Profile sind immer up to date. Er sendet mir Badezimmerselfies von sich oben ohne. Oder zeigt mir, wie er sich in Unterhosen auf dem Bett räkelt. Kurzum: Diego geilt mich auf. Unaufgefordert sende ich ihm Fotos zurück.

Nach dem ersten Sex werden die Nachrichten expliziter

Als wir uns zum zweiten Mal treffen, nehme ich ihn mit zu mir. Bruce ist auf einem Gig und Ella hat sich in ihrem Zimmer verkrochen (wahrscheinlich masturbiert sie wieder). Diego und ich fallen übereinander her. Der Sex ist gut. Die Dramaturgie stimmt. Das Vorspiel ist nicht zu lange und der Aufbau zur Klimax gut getaktet. Danach rauchen wir eine Zigarette zusammen. «War gut, Lars-Baby», sagt Diego augenklimpernd und verlässt die Wohnung. Ich schlafe alleine. Es war wirklich gut – roher, unromantischer, geiler Sex.

Nach diesem Abend werden unsere Nachrichten expliziter. Wir sexten uns. «Musste gerade an dich denken», steht unter dem Penisfoto, das er mir sendet. Irgendwie grinst mich Diegos steifer Penis auf dem Bild an. Ich stehe vor dem Ganzkörperspiegel im Flur und hoffe, Ella kommt nicht aus dem Zimmer. Dann lasse ich die Hosen runter und fotografiere schnell meinen Hintern. Das Bild sende ich Diego.

«Wir sollten das filmen»

Als ich das nächste Mal mit ihm schlafe, sagt er: «Du siehst so gut aus beim Sex. Am liebsten würde ich das fotografieren. Darf ich?» Ich überlege kurz. «Okay, aber ohne Kopf.» Diego hält sich daran. Als ich das Foto sehe, bin ich fasziniert. So sehe ich also beim Sex in der Doggy Position von oben aus. In dieser Stellung gleicht mein Körper Raumschiff Enterprise. Diego spürt meine Aufregung. «Wir sollten das filmen», schlägt er vor. Ich kenne Diego noch nicht gut und habe Angst, dass er die Videos eines Tages gegen mich verwenden könnte.

«Einverstanden, aber mit meinem Handy», antworte ich. Wir probieren Verschiedenes aus. Wir stellen den Spiegel neben mein Bett und filmen uns darin. Wir stellen das Handy auf den Schrank und nehmen uns von oben auf. Und wir filmen uns mit dem Handy in der Hand. Ich Diego und er mich. Als Diego kommt, filme ich seinen roten Orgasmus-Kopf.

«Es ist, als ob ich mit mir selber schlafen würde»

Nach dem Sex schauen wir uns die Videos an. Vielleicht musstet ihr euch auch mal in einem Coaching-Seminar oder bei einem Vortrag in der Schule filmen, und den Film danach anschauen. Sich in einem Video zu sehen und zu hören, ist normalerweise grauenhaft (ausser vielleicht für Bruce, der stellt ja seine Konzertvideos und Interviews sogar online). Aber beim Sex ist es das genaue Gegenteil. Endlich sehe ich, wie ich mich beim Sex anstelle. Ich erinnere mich daran, was ich in welchem Moment gefühlt habe. Es ist, als ob ich mit mir selber schlafen würde. Und ich erkenne auch Verbesserungspotenzial.

Manchmal, im Zug oder in einer uninteressanten Gesprächsrunde, schaue ich mir das Video heimlich an. Ich habe auch schon dazu masturbiert, weil es mich anturnt. Ihr solltet auch mal einen Home-Porno drehen. Denn dass es euch egal ist, wie ihr beim Sex ausseht, könnt ihr mir nicht erzählen. Also los: Versucht es und erzählt mir, wie es euch dabei ergangen ist: onelove@20minuten.ch.

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

3 mit Sex

Sex-WG

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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