Aktualisiert 18.05.2005 13:45

Lars von Trier: «Mr. Bush ist ein Arschloch»

Der dänische Regisseur Lars von Trier (49) hat mit seiner Bezeichnung von US-Präsident George W. Bush als «Arschloch» beim Filmfestival in Cannes Kritik im eigenen Land ausgelöst.

Die landesweit grösste und rechtsliberal orientierte Tageszeitung «Jyllands-Posten» (Århus) nannte den Auftritt von Triers in Frankreich am Mittwoch «einen absoluten Tiefpunkt» und «dermassen stupide sowie kindisch, dass es zum Himmel schreit».

Weiter hiess es: «Sein Ausfall gegen den US-Präsidenten hat dasselbe Gewicht wie ein Pups» eines kleinen Jungen, «der sich dabei unheimlich rebellisch gegen Papa und Mama findet».

Von Trier, der zuletzt 2000 mit «Dancer In The Dark» die Goldene Palme in Cannes gewonnen hatte, nimmt am diesjährigen Festival mit «Manderlay» teil, einem Film über die Sklavenhaltung in den USA.

Bei einer Pressekonferenz hatte der Däne gesagt: «Meine letzten Filme waren über Amerika, weil das Land eine grosse, grosse Rolle in Europa spielt. In Dänemark hat Amerika so einen schlechten Einfluss -nicht nur, weil Mr. Bush ein Arschloch ist.»

Die konservative «Berlingske Tidende»(Kopenhagen) meinte ebenfalls in einem Leitartikel: «Von Trier ist ein begabter Filmregisseur, aber als politische Figur unbegabt und primitiv.»

Die «kindische Grobheit von Cannes» könne geplant gewesen sein, um «ein Image im Gefolge des Propagandafilms des US-Filmers Michael Moore aufzubauen, der letztes Jahr gewonnen hat». Die dänische Filmkritik wertete von Triers neuen Film überwiegend positiv. (sda)

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