Aktualisiert 02.04.2020 16:52

Glücksspiel in Nevada

Las Vegas setzt alles auf «Counter-Strike»

Als erster Bundesstaat hat Nevada offiziell «CS:GO»-Wetten zugelassen und möchte so alle Freunde von Sportwetten trotz Coronavirus bei Laune halten.

von
Marc Gerber
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«Counter-Strike»-Sportwetten gehören in Nevada neu zu den Möglichkeiten, sein Geld zu verzocken.

«Counter-Strike»-Sportwetten gehören in Nevada neu zu den Möglichkeiten, sein Geld zu verzocken.

Keystone
Neben Roulette, Blackjack und Co. gehören Sportwetten zu den beliebtesten Glücksspielen in Nevada. Alle grossen Sportligen in den Vereinigten Staaten pausieren aber momentan aufgrund des Coronavirus.

Neben Roulette, Blackjack und Co. gehören Sportwetten zu den beliebtesten Glücksspielen in Nevada. Alle grossen Sportligen in den Vereinigten Staaten pausieren aber momentan aufgrund des Coronavirus.

Keystone/Gaetan Bally
Die Wettbüros hoffen, dass ihre Kunden neu ihr Geld nicht auf ihr Lieblings-Basketballteam setzen, sondern an «Counter-Strike» Gefallen finden.

Die Wettbüros hoffen, dass ihre Kunden neu ihr Geld nicht auf ihr Lieblings-Basketballteam setzen, sondern an «Counter-Strike» Gefallen finden.

epa/Friedemann Vogel

Ob NHL oder NBA, alle grossen US-Sportligen haben im Moment den Betrieb eingestellt, dies merken natürlich auch die Wettbüros im ganzen Land. Wo kein Spiel stattfindet, da ist auch kein Umsatz. Darum hat jetzt der US Bundesstaat Nevada reagiert.

Nevada, Heimat von einer kleinen Wüstenstadt namens Las Vegas, setzt neu auf E-Sport, besser gesagt auf «Counter-Strike: Global Offensive» und erlaubt als erster Bundesstaat das Glücksspiel auf einen nicht realen Sport. Viel ändern wird sich nicht: Anstatt sein Geld auf ein NHL-Team wie die Tampa Bay Lightning zu setzen, setzt man halt neu auf «Fnatic» oder «Team Liquid» und hofft, liquide zu bleiben – schlechtes Wortspiel, ich weiss.

Alles auf «Fnatic»

Die ganzen «CS:GO»-Matches werden in vielen Sportbars und Casinos auf grossen Leinwänden übertragen. Die Wettbüros in Nevada hoffen so, die Sportfans zu begeistern und Umsatz zu generieren oder zumindest die Gewinneinbussen zu verringern.

Doch genau hier liegt das Problem: Sportfans sind nicht E-Sportfans, wenn auch die Akzeptanz in den Vereinigten Staaten einiges höher ist als in der kleinen Schweiz.

Ultras, die mit grossen Bannern in Stadien gegen den E-Sport hetzten, das gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht. Im Gegenteil: Gerade letztes Wochenende haben über 1,3 Millionen Zuschauer die «Nascar Sunday's Pro Series Invitational» auf FOX geschaut. Virtuelle Ovale-Autorennen sind also, trotz Alternativen, auch im klassischen Fernsehen beliebt. Ein Oval bleibt ein Oval.

Chance für den E-Sport?

Wetten auf «CS:GO»-Matches, das kann man in Europa in vielen Ländern schon lange. Dabei darf auf Onlineplattformen Echtgeld eingesetzt werden oder man verspielt seine wertvollen Waffenskins.

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Der Handel mit Skins ist für die Entwickler ein Millionengeschäft. Mit immer neuen Farbvariationen locken sie dem Gamer das Geld aus der Tasche. Von der 5-Rappen-Pistole bis zum virtuellen Scharfschützengewehr für 60'000 Franken ist alles dabei. Das Messer hier kostet 380 Fr.

Der Handel mit Skins ist für die Entwickler ein Millionengeschäft. Mit immer neuen Farbvariationen locken sie dem Gamer das Geld aus der Tasche. Von der 5-Rappen-Pistole bis zum virtuellen Scharfschützengewehr für 60'000 Franken ist alles dabei. Das Messer hier kostet 380 Fr.

Valve
In «Counter-Strike: Global Offensive» kann man sein Geld für ein Skelettmesser Einsatzgehärtet ausgeben. Kostenpunkt 1750 Fr.

In «Counter-Strike: Global Offensive» kann man sein Geld für ein Skelettmesser Einsatzgehärtet ausgeben. Kostenpunkt 1750 Fr.

Valve
In «CS:GO» gibt es natürlich auch Schusswaffen, hier die AWP The Prince. Kostenpunkt: 1600 Fr.

In «CS:GO» gibt es natürlich auch Schusswaffen, hier die AWP The Prince. Kostenpunkt: 1600 Fr.

Valve

Nachdem Nevada bei frühren E-Sport Turnieren einzelne Wettlizenzen verteilt hatte, ist dies die erste permanente Wettlizenz für E-Sport im Wüstenstaat. Trotzdem bleibt es etwas Spezielles, dass man in Las Vegas neben Poker, Slots und Blackjack neu sein Geld auf sein liebstes «Counter-Strike»-Team setzen kann. Ob das aber wirklich jemand macht, das ist eine andere Frage.

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