Fünf Wochen vor Bundestagswahl - Laschet und Scholz liegen gleichauf
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Fünf Wochen vor BundestagswahlLaschet und Scholz liegen gleichauf

Zum Start des neuen TV-Senders von «Bild» waren die beiden Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Olaf Scholz eingeladen.

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Liegt mit 22 Prozent bei einer Umfrage mit seinem Konkurrenten gleichauf: Kanzlerkandidat Armin Laschet. (Archivbild)

Liegt mit 22 Prozent bei einer Umfrage mit seinem Konkurrenten gleichauf: Kanzlerkandidat Armin Laschet. (Archivbild)

AFP/John MacDougall
Ist überzeugt, dass die SPD ein gutes Programm hat: Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

Ist überzeugt, dass die SPD ein gutes Programm hat: Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

AFP/Ina Fassbender

Darum gehts

  • In fünf Wochen wird in Deutschland der neue Kanzler oder die neue Kanzlerin gewählt.

  • In einer Umfrage liegen Armin Laschet und Olaf Scholz mit 22 Prozent gleichauf.

  • Sie waren zu Gast im neuen «Bild»-TV.

Fünf Wochen vor der Bundestagswahl hat Deutschlands bekannteste Boulevardmarke Bild ihren gleichnamigen TV-Sender gestartet. Am ersten Sendetag gab es am Sonntagabend zwei Interviews mit den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) – das Ganze war Teil einer «Kanzler-Nacht» im TV-Programm. Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für «Bild am Sonntag» sah CDU/CSU und SPD mittlerweile gleichauf bei jeweils 22 Prozent.

In einem Spezial des Talkformats «Die richtigen Fragen» sprach «Bild»-Vize Paul Ronzheimer ab 20.15 Uhr zuerst mit Laschet unter anderem über das Afghanistan-Debakel und über den Bundestagswahlkampf («Wir merken jetzt, es ist knapp.»). Laschet verriet im Verlauf auch, dass er nur fünf bis sechs Stunden schlafe und seine Frau sich darüber wundere.

Ronzheimer überreichte Laschet auch eine Deutschlandflagge, um über das Thema Patriotismus zu sprechen. Anschaulich soll das Talkformat sein: Vor Monaten präsentierte Ronzheimer einmal in einem Gespräch mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ein riesiges Steak zum Thema Grillen.

Laschet hält das Austragen der nächsten Fussball-Weltmeisterschaft im November/Dezember kommenden Jahres in Katar für falsch. «Ich hätte sie nicht in Katar gemacht. Ich finde, Katar ist kein guter Ort für eine Fussball-Weltmeisterschaft», sagte der CDU-Vorsitzende am Sonntagabend im neuen TV-Sender Bild. Der Frage, ob die WM abgesagt werden sollte, wich Laschet aus. «Die Frage entscheiden ja nicht Politiker», sagte er.

Scholz: «Lasst euch impfen!»

Flankiert wurde das Interview im Studio durch eine Zuschauerrunde mit Ex-Boxerin Regina Halmich, Ex-Fussballmanager Reiner Calmund sowie einer Bar-Betreiberin und einem Fleischer, die das Ganze bewerteten.

Danach sprach «Bild»-Moderator Kai Weise ab 21.45 Uhr mit dem SPD-Politiker Scholz. Er sagte zur neuesten Umfrage, er sei überzeugt, dass die SPD ein gutes Programm für die Zukunft habe. Zur Sprache kamen auch die heftigen Krawalle rund um den G20-Gipfel in Hamburg im Jahre 2017 – zu dieser Zeit war Scholz Erster Bürgermeister («Das klebt mir weiter in den Klamotten.»). Der SPD-Politiker sagte in dem Interview zum Thema Corona-Krise auch, ein Ziel müsse sein: Kein neuer Lockdown. Er rief auf: «Lasst euch impfen.»

Scholz hat den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr trotz der Machtübernahme der Taliban verteidigt. «Das war kein sinnloser Einsatz», sagte Scholz am Sonntag im neuen TV-Sender Bild. Die Anschläge von Al-Kaida in den USA vom 11. September 2001 seien schlimmer mörderischer Terrorismus gewesen. Der Afghanistan-Einsatz sei eine richtige Reaktion gewesen. Es sei lange klar gewesen, dass die Verbündeten und folglich auch die Deutschen das Land irgendwann verlassen würden. Deutschland hätte sich lieber weniger schnell aus Afghanistan zurückgezogen. Aber es gelte: «Immer muss es so sein, dass die Länder und Völker in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen.» Die afghanische Regierung habe das Land im Stich gelassen.

Das frei empfangbare TV-Programm begann um 9.00 Uhr zunächst mit einem Vorschau-Clip zum eigenen Profil des Senders, danach folgte die erste Sportsendung.

«Wir sind immer im Live-Modus»

Am Nachmittag sah der Zuschauer und die Zuschauerin Wiederholungen der Sportsendungen vom Morgen, dann folgten Dokus, darunter eine über Tornados. Währenddessen wurden immer wieder Info-Bänder mit aktuellen Nachrichten eingeblendet.

Bild-Programmchef Claus Strunz sagte der Deutschen Presse-Agentur vor dem TV-Start über die Sendung «Bild Live»: «Wir werden diese Strecke als Ankerplatz benutzen, aber wir gehen danach nicht in den Doku-Schlummer.» Zwar sende man Dokus, man sei aber quasi immer auf Live-Modus, wenn etwas Aussergewöhnliches zu anderen Zeiten des Tages passiere. «So dass eine Sogwirkung entsteht und man den Sender am besten immer laufen lässt, weil man sonst etwas Wichtiges verpasst. Das ist die eigentliche Idee.»

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(DPA/chk)

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