Thunerseespiele: Laser soll Niesen zur Pyramide machen
Aktualisiert

ThunerseespieleLaser soll Niesen zur Pyramide machen

Für das Schlussbild des Musicals «Aida» sollen die Kanten des Niesen beleuchtet werden. Umweltschützer sorgen sich um die Tierwelt – diese werde gestört.

von
Sonja Mühlemann
Die Kanten des Niesen sollen für das Schlussbild des Musicals Aida mit einem Laser beleuchtet werden.

Die Kanten des Niesen sollen für das Schlussbild des Musicals Aida mit einem Laser beleuchtet werden.

Der Niesen soll für das Musical «Aida» leuchten: Die Macher der Thunerseespiele wollen seine Kanten beleuchten. Während des Schlussbildes sollen zwei Laserstrahlen die Konturen des Berges nachzeichnen. Die entsprechende Anlage soll auf dem Gipfel installiert werden. Der Niesen werde auch «swiss pyramid» genannt und passe «ideal» zum Musical, heisst es in der Musical-Ankündigung der Thunerseespiele.

«Es ist immer unser Ziel, die Natur in unsere Aufführungen mit einzubeziehen», sagt Silvia Rivola, Sprecherin der Thunerseespiele gegenüber «Der Bund». Man habe ein Gesuch für die Laseranlage eingereicht, das derzeit vom Regierungsstatthalteramt Frutigen-Simmental geprüft wird. Die Einsprachefrist läuft Mitte Juni ab.

Weltweit grösstes Bühnenbild soll enstehen

Wenig Freude an der Beleuchtung des 2362 Meter hohen Niesen haben Umweltschützer. Laser stellten eine potentielle Störung der Tierwelt dar, so Pro Natura gegenüber dem «Bund». Die Organisation fürchtet besonders, dass Vögel und Insekten durch die Lichtverschmutzung der Laserstrahlen gestört würden.

Dieser Problematik sei man sich bewusst, heisst es dazu bei den Thunerseespielen. «Deshalb projizieren wir auch keine Bilder an den Niesen und wir beleuchten auch keine Flächen», sagt Silvia Rivola. Die Umweltbelastung sei «minimal». «Für Aida wollen wir das grösste Bühnenbild der Welt erschaffen», sagt Rivola gegenüber 20 Minuten.

Kosten noch unklar

Man nutze die natürliche Pyramidenform des Niesen, die durch grüne Laserstrahlen nachgezeichnet würden. «Weisses Licht würde zu sehr abstrahlen und eventuell auch Anwohner stören.» Grün verliere sich eher. «Zudem sind die beiden Laserstrahlen nur während rund 30 Sekunden zu sehen», so Rivola weiter.

Die Thunerseespiele wollen nun die Einsprachefrist abwarten und bei einer Bewilligung mit Tests beginnen. Derzeit warte man auf Offerten, danach wisse man auch, wie teuer die Laser-Beleuchtung werde.

Die Liebesgeschichte um die Nubierin Aida, den ägyptischen Heersführer Radames und die Pharaonentochter Amneris wird vom 8. Juli bis am 28. August in Thun aufgeführt. Die Musik wurde von Elton John geschrieben.

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