Valentin Stocker: «Lasse mir kein Tief einreden»

Aktualisiert

Valentin Stocker«Lasse mir kein Tief einreden»

Gestern gelobt – heute getadelt. Wie geht Valentin Stocker mit Kritik, der Ersatzrolle beim FCB und der Ausbootung aus der Nati um?

von
Michael Wegmann

Einsichtig und bescheiden. In der Regel passen diese Attribute nicht zu einem Fussballprofi. Bei Stocker treffen sie zu. Vor wenigen Wochen noch war er bei Basels Champions-League-Quali gegen Guimarães die grosse Figur – am letzten Mittwoch durfte er seinen Kollegen gegen Sporting nur noch vor dem TV zusehen.

FCB-Trainer Christian Gross liess seinen Youngster zuhause. «Ich habe mitge­fiebert und mitgelitten», erzählt Stocker, «wahrscheinlich noch mehr, als wenn ich auf dem Platz gestanden hätte.» Hat Gross ihm gegenüber den Entscheid begründet? «Nein, der Trainer hatte nur die Spieler aufgezählt, die die Reise nicht mitmachen durften.» Enttäuscht sei er gewesen, dass er daheimbleiben musste, gesteht der Aussenläufer. «Erklären musste er mir aber nichts. Der Entscheid allein sagt doch schon genug aus.» Gross habe ihm damit zeigen wollen, dass er weiter an sich arbeiten, sich verbessern müsse, vermutet Stocker.

Auch für die nächsten Nati-Spiele ist er ausser Rang und Traktanden gefallen. «Herr Hitzfeld hat mir aber gesagt, dass er hinter mir stehe», freut sich Stocker, «jetzt habe ich die Chance in der U21 zu spielen.» Hitzfeld lud ihn aus, bei Gross sitzt er auf der Bank und auch die Medien packen ihn hart an – steckt der erfolgsverwöhnte 19-Jährige in einem Tief? «Ich habe mir vorgenommen, dass ich mir kein Tief einreden lasse. Aber es stimmt schon: Je ­höher man klettert, desto härter fällt man. Gegen GC war ich froh, dass ich eingewechselt wurde. Die letzten Minuten haben mir gutgetan.»

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